ÖHV: KSV-Meinung schadet der Branche

Schellhorn: Aussagen wider besseres Wissen

Wien (TP/OTS) - Die Hotellerie verzeichnet gerade einmal ein
Viertel der Insolvenzen der Gesamtwirtschaft, die Eigenkapitalquote hat sich deutlich ins Plus gedreht, die Betriebe sind bestens ausgestattet. Die KSV-Aussagen müssen richtiggestellt werden, verlangt ÖHV-Präsident Sepp Schellhorn.

Das Gastgewerbe inklusive Hotellerie weist mit 1,64 insolventen Betrieben je 100 aktive Unternehmen weniger Insolvenzen auf als die Gesamtwirtschaft mit einer Insolvenzquote von 1,68 %. "Und die Hotellerie alleine liegt mit 0,44 % noch einmal deutlich besser und ist damit eine Vorzeigebranche in der heimischen Wirtschaft mit einer weit überdurchschnittlichen Krisenfestigkeit. Trotzdem wird die Hotellerie auch seitens der Banken, die es eigentlich besser wissen müssten, in Finanzierungsfragen mit massiven Vorurteilen konfrontiert: Jeder meint, dass die Branche überdurchschnittlich viele Insolvenzen erfährt. Das stimmt einfach nicht", erklärt Sepp Schellhorn, Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) und verweist auf aktuelle Daten der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT), die auf Statistiken des Kreditschutzverband von 1870 (KSV) basieren. Die Hotellerie habe ihre Hausaufgaben gemacht.

Eigenkapitalquote ins Plus gedreht, Ausstattung optimiert
Nicht nachvollziehbar sind die Prognosen vom Leiter der Salzburger KSV-Niederlassung, Erich Grausgruber: Es werde keinen Insolvenz-Anstieg infolge der EM geben, so Schellhorn: "Die Großinvestitionen sind getätigt, Österreichs Hotellerie, und hier vor allem die Betriebe der höheren Kategorien, hat in den vergangenen Jahren ihre Ausstattung optimiert und gleichzeitig ihre Eigenkapitalquote stark verbessert - das ist eine unternehmerische Spitzenleistung ohne jeden Vergleich. Kein Unternehmer, der vor der EM erfolgreich gewirtschaftet hat, wird sich danach in Schulden stürzen", stellt Schellhorn die Analyse infrage und verweist auf hieb- und stichfeste Daten der ÖHT: 1995 lag die Eigenkapitalquote in der 4- und 5-Sterne-Hotellerie noch bei -6,0%, bis 2006 verbesserte sie sich auf +6,2%.

Rückgang der Hotellerie-Kredite, Investitionen an Nebenfronten Die Betriebe seien bereits so gut ausgestattet, dass der Anteil der ÖHT-Kredite für die Hotellerie deutlich zurückgegangen ist, von 83 % im Jahr 2006 auf 79 % im Jahr 2007. Angestiegen seien Investitionen in Personalunterkünfte und Garagen. Investitionen in Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung liegen nur auf dem dritten Platz im Ranking:
"Ein Branchenkenner erkennt daran sofort, dass wir auf den Gästeansturm vorbereitet sind. Die Großinvestitionen sind getätigt. Es besteht kein Grund zur Panikmache", so Schellhorn. Aussagen wie die Grausgrubers würden die Branche massiv und nachhaltig schwächen, einen Vorteil davon sieht Schellhorn lediglich für die Banken: "Damit erweist der KSV der Hotellerie einen Bärendienst - ich verlange eine Richtigstellung!"

Hotellerie hat ihre Hausaufgaben gemacht

Dass Optimierungsbedarf besteht, will Schellhorn nicht bestreiten:
"Jetzt den Teufel an die Wand zu malen hilft aber keinem - das erschwert nur die Verhandlungen in Finanzierungsfragen und belastet das Gesprächverhältnis sowohl mit dem KSV als mit den Banken", hält Schellhorn fest.

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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