Fasslabend: Lech Walesa hat die Welt verändert

Der ehemalige polnische Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa erhält Großen Leopold Kunschak-Preis

Wien (ÖVP-PK) - Lech Walesa ist zweifellos nicht nur eine der größten Persönlichkeiten, die die christlich-soziale Bewegung in Europa hervorgebracht hat, sondern hat tatsächlich die Welt verändert, sagte heute, Freitag, der Vorsitzende des Kuratoriums des Leopold Kunschak-Preises, Dr. Werner Fasslabend, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Friedensnobelpreisträger und ehemaligen polnischen Staatspräsidenten Lech Walesa in Wien. Walesa erhält heute um 15.00 Uhr bei einem Festakt im Parlament den diesjährigen Großen Leopold Kunschak-Preis von Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer überreicht. ****

Fasslabend erinnerte an den Beginn von Walesas Karriere in einer Werft in Danzig, wo er für die Rechte und Freiheit der Arbeiter gekämpft hat und dies sogar mit einer Freiheitsstrafe bezahlen musste. Lech Walesa habe den Begriff "Solidarität" aus dem Worthülsenschicksal befreit und sich für eine Wertepolitik eingesetzt. Als späterer Präsident Polens hatte er schwierige Aufgaben zu bewältigen, wobei er nie den Mut zu neuen Ansätzen verlor, so Fasslabend. Durch ihn konnte ein menschenverachtendes System überwunden werden.

"Ich freue mich sehr darüber, dass ich ausgezeichnet werde, denn vor vielen Jahren habe ich einen großen Kampf gefochten", so Walesa. "Wir lebten in Grenzen, Blöcken und mit Konfrontationen." Sein Kampf -auch unter solidarischer Hilfe Österreichs - habe diese Epoche zu Ende gebracht. Dieser Kampf habe dazu geführt, dass die Teilung Deutschlands zu Ende ging, die Phase der Globalisierung anbrechen und Europa vereinigt werden konnte. Nun versuche man allerdings, mit Lösungen aus der Vergangenheit weiter zu gehen. Für ihn, Walesa, gebe es zu kleine Lösungen für eine neue Generation. "Sollen wir tatsächlich an alten Lösungen hängenbleiben?" Es müsse eine Gruppe gebildet werden, die diese Diskussion vorbereitet und in dieser Diskussion zu Vorschlägen gelangt.

Bei der heutigen Preisverleihung am Nachmittag wolle er, Walesa, über große Fragen sprechen: Welche Art Wirtschaft ist für ein vereintes Europa richtig? Letztendlich könne es nicht sein, dass zehn Prozent 90 Prozent aller Vermögenswerte besitzen. Und die zweite Frage sei:
Welches politische System ist richtig? Wie wollen wir die europäischen Strukturen weiter führen? Je größer eine Zivilisation, ein Gebiet, desto mehr Werte seien gefragt. "Wir müssen daher recht schnell gemeinsame Werte festlegen. Wir müssen Vorschriften ähnlich wie in der Straßenverkehrsordnung festlegen." Auf einer Straße bewegen sich schließlich viele Personen, für die es alle Platz gebe. Das müsse man auch für Werte einführen.

Mit den Kunschak-Preisen werden Arbeiten auf den Gebieten der Wissenschaft und der Publizistik, die das Verständnis für die Grundlagen und das Wesen der Demokratie, für das friedliche Zusammenleben der Völker, für die Tradition und Aufgabe der christlichen Arbeitnehmerbewegung oder für das Zusammenwirken und den Interessensausgleich zwischen den Sozialpartnern fördern, ausgezeichnet.
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