Haimbuchner: "Alarmierend hohe Zahl von außerordentlichen Schülern in Oberösterreich!"

FPÖ fordert Maßnahmen von Ministerium und Landesschulräten ein

Wien (OTS) - Im Schuljahr 2006/2007 gab es laut Bildungsministerin Schmied (Anfragebeantwortung 3402/AB) alleine in Oberösterreich 10.566 außerordentliche Schüler. "Damit belegt Oberösterreich laut Statistik des Bildungsministeriums den traurigen zweiten Platz nach Wien, wo es 12.512 außerordentliche Schüler gab." Diese alarmierenden Zahlen gab heute der oberösterreichische FPÖ-Nationalrat und Jugendsprecher des FP-Parlamentsklubs, Dr. Manfred Haimbuchner, bekannt.

Dies sei knapp ein Drittel österreichweit, Wien stelle ein weiteres Drittel der 32.165 außerordentlichen Schüler. Haimbuchner verwies darauf, dass unter diesen Begriff in erster Linie Schüler fallen, welche über mangelnde Kenntnisse der Unterrichtssprache verfügen. "Besonders erschreckend sind die unerwartet hohen Zahlen für Oberösterreich. Alleine in der Landeshauptstadt Linz gab es mit 3.410 mehr als ein Zehntel der österreichweit 32.165 außerordentlichen Schüler", so Haimbuchner.

Haimbuchner forderte in diesem Zusammenhang "Landesschulrat Enzenhofer auf, Stellung zu nehmen." Es sei besonders bezeichnend für die Unfähigkeit der angeblich leistungsfördernden Bildungspartei ÖVP, kritisierte der FPÖ-Nationalrat. "Diese Woche hat Landeshauptmann Pühringer großmundig eine Bildungsoffensive angekündigt. Angesichts der Tatsache, dass die ÖVP bis zum Jahr 2007 das Bildungsministerium inne hatte und in Oberösterreich die Zuständigkeit für den Bereich Bildung noch immer von der ÖVP besetzt ist, sind für mich Pühringers Aussagen und Ankündigungen lediglich Allgemeinplätze", so Haimbuchner.

Weitere Missstände ortet die FPÖ beim Erlernen der notwendigen Sprachkenntnisse: Außerordentliche Schüler könnten 12 Monate lang diesen Status innehaben. Anschließend könne diese Frist um weitere 12 Monate verlängert werden, wenn der Schüler die Unterrichtssprache ohne eigenes Verschulden noch immer nicht beherrscht. "Die Ministerin schweigt sich sowohl darüber aus, welche Maßnahmen ergriffen werden, wenn die erste Frist ohne Verschulden des Schülers versäumt wird als auch darüber, wenn die zweite Frist versäumt wird", zeigte Haimbuchner auf.

Zudem sei unklar, so der FP-Jugendsprecher, "wie viele Schüler ohne ausreichende Kenntnisse der Unterrichtssprache bereits in höhere Schulstufen aufgestiegen sind. An der Studie PIRSL, welche die Sprachkenntnisse von Volksschülern testen sollte, wurden Schüler der vierten Schulstufe aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse ausgeschlossen."

Die FPÖ fordert daher endlich die Umsetzung umfassender Integrationsmaßnahmen ein. Schüler ohne ausreichende Kenntnisse der Unterrichtssprache haben diese in eigenen Lehrgängen konsequent zu erlernen. Dafür hat eigens geschultes Personal zur Verfügung gestellt zu werden. Anschließend muss sichergestellt sein, dass der Anteil von Schülern in der Klasse mit Migrationshintergrund ein Viertel nicht übersteigt. Denn angesichts der oben genannten Zahlen ist die Regierung mit den bisherigen Methoden gescheitert, so Haimbuchner.

"Die Integration der Migrantenkinder ist für unsere Gesellschaft und unser Bildungssystem eine der größten Herausforderungen. Dieser muss sich die Regierung stellen, denn hier liegen auch zahlreiche Ursachen für Gewalt an den Schulen, Jugendkriminalität und Jugendarbeitslosigkeit begraben. Wir können es uns nicht leisten, die Kosten und Mühen für eine Reform zu scheuen", bekräftigte Haimbuchner abschließend.

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