125 Millionen von Meeresspiegelanstieg bedroht

Greenpeace-Report zeigt die dramatischen Konsequenzen zunehmender CO2-Emissionen

Wien/Kolkata (OTS) - Ein neuer Greenpeace-Report, verfasst vom Indian Institute of Technology in Madras, weist einmal mehr auf die dramatischen Folgen einer umgebremsten Zunahme der globalen CO2-Emissionen hin: 125 Millionen Menschen in den Küstenregionen von Indien und Bangladesh würden durch einen erwärmungsbedingten Meeresspiegelanstieg zur Flucht ins Landesinnere gezwungen werden.

Den zumeist konservativen Schätzungen zufolge wird der Anstieg des Meeresspiegels bis zu vierzig Zentimeter betragen. Bei einer derartigen Entwicklung wären bereits achtzig Millionen Menschen im Golf von Bengalen von Hochwasser bedroht.

Sollte es nicht gelingen, den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen zu senken, könnten die Temperaturen bis Ende dieses Jahrhunderts um vier bis fünf Grad Celsius ansteigen. Inzwischen mehren sich nämlich die Hinweise, dass der Meeresspiegel bei weitem stärker als vermutet ansteigen und diese Erhöhung bis zum Jahr 2100 im schlimmsten Fall drei bis fünf Meter betragen könnte. Der tatsächliche Anstieg wird sehr stark von der Geschwindigkeit abhängen, mit der die Polkappen schmelzen werden. Gerade jetzt wurde in der Antarktis wieder sichtbar, wie schnell das gehen kann: Eine Eisscholle mit einer Fläche größer als Wien ist von der Gesamtmasse abgebrochen und wird allmählich schmelzen.

Von einem Meeresspiegelanstieg wären die Küstenregionen weltweit betroffen, und vor allem in den Staaten, in denen man sich keinen adäquaten Hochwasserschutz leisten kann, werden die Folgen katastrophal sein: So würden dann allein in den Küstengebieten von Indien und Bangladesh, im Delta von Ganges und Brahmaputra also, geschätzte 125 Millionen Menschen zum Umsiedeln gezwungen sein.

Viele dieser Klimaflüchtlinge würden dann in den Slums der indischen Millionenstädte wie Neu-Delhi oder Kalkutta landen, die ohnedies sehr stark vom Klimawandel betroffen sein werden, sind sie doch für ihre Trinkwasserversorgung von den Gletschern des Himalayagebirge abhängig. Diese Gletscher drohen jedoch in den kommenden Jahrzehnten stark zu schmelzen. "Unser Bericht zeigt, dass es einmal mehr die Ärmsten sein werden, die der Klimawandel am stärksten in Mitleidenschaft ziehen wird", weiß der Klimaexperte von Greenpeace, Jurrien Westerhof.

Vor diesem beängstigenden Hintergrund werden die internationalen Klimaverhandlungen am Montag in Bangkok weitergehen. "Nach dem durchwachsenen Ergebnis bei der Weltklimakonferenz auf Bali müssen die Verhandlungen nun mit doppelter Anstrengung geführt werden, um möglichst rasch zu einer Fortsetzung des Kyoto-Abkommens zu gelangen. Denn eine weitere Verzögerung des weltweiten Klimaschutzes können wir uns nun nicht mehr leisten", so Westerhof abschließend.

Zum Report: http://www.greenpeace.org/india/blue-alert-report

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Attila Cerman
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DI Jurrien Westerhof
Greenpeace CEE
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