Ärztekammer: Steigende Arztbesuche erklärbar

Wawrowsky: Ergebnis der e-Card-Einführung

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) kann sich anders als der Vorsitzende des Hauptverbandes, Erich Laminger, die Zunahme der Arztbesuche durchaus erklären. Sie sei auf Nachzieheffekte im Zuge der Einführung der e-Card zurückzuführen, sagte der Bundeschef der niedergelassenen Ärzte und ÖÄK-Vizepräsident, Günther Wawrowsky, Freitag in einer Aussendung. Den Vorwurf von "bestellten Folgebesuchen bei Ärzten" wies Wawrowsky als "Unterstellung" entschieden zurück.

"Seit Einführung der e-Card können Patienten Ärzte, darunter auch Fachärzte, wesentlich leichter direkt aufsuchen, was mit dem Krankenschein in dieser Form nicht möglich war", erläuterte Wawrowsky. Die ÖÄK hätte bei Einführung der e-Card die Sozialversicherungen und die Gesundheitspolitik ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass durch die Erleichterung des Ärzte-Zugangs naturgemäß auch die Frequenzen der Arztbesuche steigen würden. Das, so Wawrowsky, wäre von Politik und Krankenkassen als durchaus erwünschter Effekt zur Kenntnis genommen worden. Wawrowsky:
"Tatsächlich liegt es ja im Interesse der Versicherten, dass sie möglichst unkompliziert zu kompetenter ärztlicher Betreuung kommen." Die Patienten und Patientinnen seien nicht mehr der Gefahr ausgeliefert, durch Selbstdiagnose, Internetinformationen oder laienhafte Beratung Schaden zu nehmen und damit auch höhere Folgekosten für das System zu verursachen.

Was ärztlich bestellte Folgebesuche betrifft, sprach Wawrowsky von einer "Unterstellung, die jeder logischen Grundlage entbehrt". Die meisten ärztlichen Leistungskataloge würden Folgebesuche durch Pauschalhonorare respektive mit Anzahl der Arztbesuche stark degressiven Tarifen keineswegs fördern. Diese führe dazu, dass der Arzt oft schon ab dem zweiten Patientenbesuch in einem Abrechnungszeitraum ein deutlich vermindertes oder gar kein Honorar erhalte.

Insgesamt liege die von Laminger erwähnte Steigerung der Arztbesuche von 3,5 Prozent im Jahr 2007 durchaus in einer normalen langfristigen Bandbreite.

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