Tumpel: Finanzierung des Gesundheitswesen langfristig absichern

Wien (OTS) - "Selbstverständlich müssen Einsparungspotentiale im Gesundheitswesen genützt werden - freilich aber so, dass darunter nicht der gleichberechtigte Zugang aller Versicherten zu den notwendigen Gesundheitsleistungen leidet. Die Qualität des Gesundheitssystems für die Versicherten muss auch in Zukunft weiter entwickelt werden", sagt AK Präsident Herbert Tumpel, "wer mit der Struktur der Krankenversicherung vertraut ist, weiß, dass eine Verbreiterung der Finanzierungsbasis - wie mit der geplanten Vermögenszuwachssteuer - auf jeden Fall erforderlich ist." Der Grund liegt im Phänomen der sogenannten Beitragserosion. Die Arbeitnehmereinkommen, an denen die Finanzierung der Krankenversicherung derzeit anknüpft, bleiben systematisch hinter der Entwicklung der Medizinkosten zurück. Die Statistik zeigt das deutlich: Während das Bruttoinlandsprodukt zwischen 1997 und 2006 um knapp 40 Prozent gestiegen ist, stiegen die Ausgaben der Krankenversicherung in gleichen Zeitraum um über 43 Prozent, die Löhne nur um knapp 30 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung ist klar, dass die Beitragsgrundlage für die Krankenversicherung nicht länger ausschließlich die Arbeitnehmereinkommen darstellen können, sondern die Finanzierungsbasis verbreitert werden muss und die demographische Entwicklung verschärft die Fianzierungsmöglichkeit laufend. "Daher brauchen wir eine neue systematische Finanzierungsquelle. Und wenn die Gewinne seit Jahren viel stärker steigen als die Löhne, ist es auch nur fair, wenn sie zur Bedeckung der Gesundheitsausgaben mit in die Pflicht genommen werden", sagt Tumpel.

Für Tumpel ist die Vermögenszuwachststeuer nicht nur eine gute Möglichkeit zur Sicherung des Gesundheitssystems: "Die Vermögenszuwachssteuer schafft auch mehr Gerechtigkeit im Steuersystem. Wenn die Menschen für das Ersparte am Sparbuch Steuern bezahlen, sollte das auch bei den großen Gewinnen aus Aktien so sein." In fast allen Industriestaaten werden Aktiengewinne steuerlich erfasst. In Österreich wird Arbeit besonders hoch besteuert, bei den vermögensabhängigen Steuern ist Österreich aber fast Schlusslicht im OECD-Raum. "Es ist an der Zeit, diese Besteuerungsunterschiede zu verringern", so Tumpel.

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