"KURIER"-Kommentar von Reinhard Göweil: "Gerecht und schwierig"

Eine Vermögenssteuer entlastet den Faktor Arbeit. Daher muss sie kommen.

Wien (OTS) - Vermögen zu besteuern, ist in Österreich nicht
eben üblich. Dass es Widerstände geben wird, war und ist zu erwarten. Nur: Es führt kein Weg daran vorbei. Die Steuer- und Abgabenlast auf Löhne und Einkommen ist unerträglich hoch, diese tragen die soziale Last fast alleine. Und im EU-Durchschnitt ist die Vermögenssteuer drei Mal so hoch wie in Österreich.
Mittlerweile ist das Geldvermögen so stark gewachsen, dass das Einbeziehen dieser Einnahmen in die Besteuerung nichts mit Klassenkampf, aber viel mit sozialer Gerechtigkeit zu tun hat. Warum soll auf Sparbuch-Zinsen eine Kapitalertragsteuer bezahlt werden, auf Kursgewinne aber nicht? Die Frage ist seriös nicht zu beantworten. Daher ist die Bereitschaft der beiden Regierungsparteien für eine derartige Vermögensbesteuerung logisch, richtig, gerecht.
An der Umsetzung werden auch die besten Experten kiefeln. Leicht ist die Berechnung nicht. Es muss dafür einen Stichtag geben, ab dem die Steuerpflicht gilt. Am Tag davor werden die Kurse fallen, weil viele verkaufen. Aber das tun sie derzeit auch - und dass die Finanzkrise dafür ein sympathischerer Grund ist, darf bezweifelt werden. Es wird also einen Weg geben, die neue Regelung umzusetzen -egal, unter welcher Regierung.

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