Klement: Schützen Sie unsere Nahrungsmittel-Souveränität, Herr Minister Pröll!

FPÖ fordert klare Konzepte für die Biodiversität - Artenvielfalt von Haustierrassen und Nutzpflanzen

Wien (OTS) - "Feuer auf dem Scheunendach", sieht FPÖ-Agrarsprecher NAbg DI Karlheinz Klement im Zusammenhang mit aktuellen Entwicklungen auf dem Saatgut- und Nahrungsmittelsektor. "Auf der einen Seite haben wir den Teller-Imperialismus der USA, die nicht akzeptieren wollen, dass die Europäer, und insbesondere die Österreicher, Grüne Gentechnik in der Landwirtschaft ablehnen. Da werden Schwarze Listen angelegt und Strafzölle angekündigt, um die Europäer zur Räson zu bringen und ihnen durch massiven wirtschaftlichen Druck vorzuschreiben, was sie künftig zu essen haben."

Konzerne wie Monsanto, Weltmarktführer in Sachen Saatgut-Monopole und Patente auf Leben, erfreuten sich steigender Umsätze und Gewinne, was angesichts der zur Anwendung kommenden Methoden nicht überrasche, so Klement. Nun sei jedem Unternehmen unbenommen, seine Gewinne zu steigern. Im Bereich der Biotechnologie und der von dieser angestrebten globalen Nahrungsmitteldiktatur, sei aber äußerste Vorsicht geboten.

"Monsanto hat binnen weniger Jahre, zum kolportierten Gegenwert von 13 Milliarden Dollar, 50 Saatgutfirmen weltweit aufgekauft", berichtet der freiheitliche Landwirtschaftssprecher. "Damit wird der Bio-Diversität buchstäblich der Nährboden entzogen und patentierten Einheitssorten der Weg bereitet. Diese wiederum werden den freien Bauernstand in eine Leibeigenschaft der Konzerne zwingen, weil Saatgut nicht mehr frei verfügbar und handelbar ist, sondern gegen maßlos überteuerte Lizenzgebühren von den Saatgutmonopolen bezogen werden muss. In Indien", so Klement weiter, "hat diese Praxis bereits tausende, aussichtslos verschuldete Landwirte in den Selbstmord getrieben."

"Ich fordere den österreichischen Landwirtschaftminister Josef Pröll daher persönlich - als Volksvertreter wie als Familienvater - auf, diesem Trend zur Monopolisierung, die einem Ausverkauf der nationalen Saatguthoheit gleichkommt, entgegen zu wirken und die österreichische Landwirtschaft durch die geförderte Kultivierung traditioneller Sorten und Rassen sowie der Bio-Landwirtschaft vor dem Zugriff der Konzerne zu schützen", erklärt Klement. "Wir brauchen einen Maßnahmenplan, um alte Haustierrassen und bewährtes Saatgut vor dem Aussterben zu retten."

Abschließend hält Klement fest: "Es geht heute tatsächlich ans Eingemachte. Wenn wir unsere Selbstversorgungsfähigkeit im Bereich der Lebensmittel verlieren, ist es mit der Freiheit und Selbstbestimmung ein für allemal vorbei. Die Entwicklungen auf dem Saatgutsektor sind mit Argusaugen zu beobachten. Denn das Ziel der Konzerne - unter anderem mit Hilfe des Kriegskapitalimus - ist klar:
Profitmaximierung, koste was es wolle. Die Interessen oder die Gesundheit der Menschen stellen da keine Priorität dar. Im Irak wurde nach dem Einmarsch der US-Truppen eine der kostbarsten Saatgutbanken der Erde vernichtet, noch ehe man den Schutz öffentlicher Gebäude gewährleisten konnte."

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