AKNÖ erstreitet für Patientin Kostenersatz für besser verträgliches Medikament

Patientin bekommt natürliches Antidepressivum von Krankenkasse bezahlt

Wien (AKNÖ) - Die NÖGKK muss für eine Patientin die Kosten für ein natürliches Antidepressivum übernehmen. Das ist das Ergebnis eines Vergleichs, den die Arbeiterkammer Niederösterreich für die Patientin nach einem Urteil des Oberlandesgerichts mit der Krankenkasse geschlossen hat. Der Vergleich ebnet aus Sicht von AK-Experten Josef Fraunbaum den Weg für ähnlich gelagerte Fälle.

Irgendwann war der Patientin das Experimentieren mit herkömmlichen Antidepressiva zu viel. Sie hatte keines der Medikamente vertragen. Ihr Arzt riet der Niederösterreicherin, die seit fast zehn Jahren an depressiven Verstimmungen leidet, auf ein Johanniskrautextrakt umzusteigen - ein Präparat, das die Patientin gut verträgt und mit dem seit Jahrhunderten Depressionen bekämpft werden. Allein die Krankenkasse wollte die Kosten nicht übernehmen. Das Medikament war nicht im Erstattungskodex. Die Patientin klagte und die AKNÖ-Experten Ferdinand Brauneder und Josef Fraunbaum brachten in ihrem Namen eine Musterklage ein. In erster Instanz schmetterte das Landesgericht die Klage ab. Unbegründet, sagte das Oberlandesgericht Wien. "Der Gutachter der ersten Instanz hatte gesagt, es gebe sehr wohl andere Medikamente, die die Kasse zahlen würde. Welche das sind, hat er vor Gericht nicht verraten", sagt AK-Experte Brauneder. "Und er hat ernsthaft vorgeschlagen, die Frau hätte noch mehr herkömmliche Antidepressiva ausprobieren sollen". Das OLG urteilte, dass das der Patientin nicht zumutbar sei und hob die erstinstanzliche Bescheidung auf.

Kostenrückerstattung nach Vergleich

Nach dem OLG-Urteil verglichen sich AK und NÖGKK. "Es war im Interesse aller, dass die Patientin möglichst schnell zu ihrem Recht kommt", sagt AK-Experte Fraunbaum. "Nach dem Vergleich haben Patienten in ähnlich gelagerten Fällen bessere Chancen, die Kosten für Medikamente von der Kasse zurückzubekommen". Eine Erleichterung für Patienten, die zumindest beim Johanniskrautextrakt die Kasse nicht mehr kosten wird. Das Naturpräparat ist je nach Packungsgröße günstiger als oder gleich teuer wie vergleichbare Antidepressiva auf chemischer Basis und hat zum Teil weitaus weniger Nebenwirkungen.

Rückfrage: Josef Fraunbaum 05-7171-1418.

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