"trend": Neue Details zur ÖBB-Immobilienaffäre

ÖBB-Chef Martin Huber soll persönlich in die Immobiliengeschäfte seiner Frau involviert gewesen sein.

Wien (OTS) - Bis jetzt hatte sich ÖBB-Chef Martin Huber in der Immobilienaffäre rund um das Wiener Innenstadtobjekt "Schillerplatz 4" immer damit verteidigt, dass es sich hier um private Geschäfte seiner Frau handle, über die er keine Auskunft gebe. Immobilienprofi Axel Mader behauptet allerdings in dem Dienstag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend", dass sich der Bahnchef höchstpersönlich um den Weiterverkauf dieses Objektes bemüht hatte. Mader: "Im Vorjahr hat mich Herr Huber gefragt, ob ich Interesse an der Liegenschaft hätte. Aber es kam dann nicht zu engeren Gesprächen, weil ein Mitbewerber deutlich mehr geboten hat als wir. Wir haben nur acht Millionen geboten, also um drei Millionen weniger als der Mitbewerber."
Dies ist insofern brisant, als das Objekt Schillerplatz 4, das die Firma von Hubers Frau Barbara Huber-Lipp im Frühsommer 2006 von der Telekom Austria um kolportierte 5,8 Millionen Euro erworben hatte, zum Jahreswechsel 2007/08 um mehr als elf Millionen Euro ausgerechnet an die Baufirma Seeste weiterverkauft wurde, die mit den ÖBB in engen Geschäftsverbindungen steht und einer der Großinvestoren beim Projekt des neuen Wiener Hauptbahnhofs ist.
Hubers Sprecher Gary Pippan faxte dem urlaubenden Bahnchef die Ergebnisse der "trend"-Recherche bereits am Montag der Karwoche mit der Bitte um Stellungnahme, die allerdings bis heute ausblieb.
Nach Aussagen der Grünen Verkehrssprecherin Gabriela Moser werden die Grünen noch in der Karwoche eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft einbringen, in der geklärt werden soll, "ob der hohe Kaufpreis für die Immobilie "Schillerplatz 4" im Zusammenhang mit dem Zuschlag des Bauprojektes am Südbahnhof für die Firma "Seeste" steht und inwieweit damit allenfalls strafrechtlich relevante Tatbestände wie "Untreue" (§153 StBG), "Täuschung" (§ 108 StGB) oder "Wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Vergabeverfahren" (§ 168b StGB) erfüllt sind."
Und bei der kommenden ÖBB-Sonderaufsichtsratssitzung werden anhand eines arbeitsrechtlichen Gutachtens etwaige arbeitsrechtliche Verstöße des Bahnchefs in dieser Causa diskutiert.

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