- 20.03.2008, 13:15:53
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Wahlen in Bhutan: Auf dem Weg zum "Brutto-National-Glück"
Wien, 20. März 2008 (OTS) - Das Schwerpunktland der
Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) Bhutan wird mit
dem bevorstehenden Votum zu einer konstitutionellen Monarchie. Die
OEZA unterstützt das Königreich schon seit 20 Jahren mit Know-how in
den Bereichen Energie und Tourismus.
Der 24. März 2008 wird als denkwürdiger Tag in die Annalen Bhutans
eingehen. Erstmals in der Geschichte des Königreichs im Himalaya ist
die Bevölkerung aufgerufen, ihre Vertreter in das parlamentarische
Unterhaus zu wählen. Zwei Parteien konnten sich dafür qualifizieren:
die Bhutan Harmony Party und die People’s Democratic Party.
- Konsequenter Weg in die Moderne -
Mit dem bevorstehenden Urnengang wird ein wichtiger Schritt im seit
Jahrzehnten andauernden Prozess der Demokratisierung Bhutans gesetzt.
Und das kleine Land im Himalaya-Massiv geht auch in der sozialen und
wirtschaftlichen Entwicklung seinen Weg: Entsprechend der Philosophie
des "Brutto-National-Glücks" legt man in Bhutan vor allem auf den
Schutz der Natur und die Erhaltung der kulturellen Identität Wert.
Bereits vor Jahrzehnten hat sich die Regierung vorgenommen, mittels
Fünfjahresplänen die Lebensbedingungen der Bevölkerung gezielt zu
verbessern. Und genau bei dieser Anstrengung wird Bhutan durch die
Partnerschaft mit Österreich unterstützt. Momentan müssen 20 Prozent
der Bevölkerung über vier Stunden Fußweg zurücklegen, um die nächste
Straße zu erreichen. Aufgrund der gebirgigen Landschaft ist der Bau
von Straßen, Brücken und Bewässerungsanlagen sowie die
Elektrifizierung aber ein aufwändiges und kostenintensives
Unterfangen. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA)
unterstützt Bhutan seit mehr als 20 Jahren mit profundem Know-how in
den Bereichen erneuerbare Energie, sanfter Tourismus und der
Erhaltung von Kulturgütern.
- Stromversorgung mit österreichischem Know-how -
Das bislang umfassendste Projekt der OEZA ist der Ausbau des
Wasserkraftwerks Basochhu. Das Werk deckt rund 40 Prozent des
landesweiten Strombedarfs und ist das erste ausschließlich von
Bhutanern betriebene und geführte Wasserkraftwerk. Darüber hinaus
werden 1.500 Haushalte im Gebirge des Landes mit erneuerbarer Energie
versorgt. Auf bisher eingesetztes, umweltschädliches Petroleum oder
Kerosin können die BewohnerInnen in den Bergen nunmehr verzichten.
Zusätzlich verbessern effiziente Öfen, entwickelt durch
österreichische Ofenbauer, die Koch- und Heizsituation in den
Haushalten.
- Modernes Tourismusmanagement -
Auch im Tourismus setzt Bhutan auf österreichische Erfahrungen und
Know-how. Seit den 1980er-Jahren wurden rund 60 Bhutaner in Salzburg
im Bereich Tourismus ausgebildet. Und die Arbeit in diesem Sektor
wächst: Besuchten 1985 2.000 Touristen das Land, waren es 2007
bereits 21.000 Touristen. Im aktuellen Fünfjahresplan peilt Bhutan
eine Besucherzahl von 100.000 Touristen pro Jahr an. An der
Infrastruktur dafür wird bereits gearbeitet: Seit 2005 entsteht mit
österreichischer Unterstützung aus einem alten Hotel ein hochmodernes
"Hotel und Tourismus Management und Training Institut" (H&TMTI).
Bhutan trägt die Hauptkosten für den Bau, die OEZA liefert Geräte und
Maschinen für die Küche, IT-Technologie und energiesparende
Komponenten für Lüftung, Heizung, Heiß- und Abwasser. Im Institut
sollen bhutanische Lehrkräfte nach den neuesten Managementprinzipien
professionell so ausgebildet werden, dass sie das Programm
eigenständig weiterführen können.
- Unterstützung in Zahlen -
Die Öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen Österreichs (ODA) an
Bhutan betrugen zwischen 1995 und 2006 insgesamt 54,83 Millionen
Euro. Die Leistungen der OEZA in diesem Zeitraum belaufen sich auf
rund 38,11 Millionen Euro.
Rückfragehinweis:
Informationsbüro der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit Austrian Development Agency Mag. Manuela Müller Tel.: +43 (01) 90399-2412 E-Mail: manuela.mueller@ada.gv.at www.ada.gv.at
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