Lebensmittelsicherheit in Gefahr

Wien (OTS) - Der hohe Standard bei der Kontrolle österreichischer Lebensmittel wird gefährdet, warnt die Österreichische Tierärztekammer. Auch nach den neuen, auf EU-Recht zurückgehenden Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz müssen alle Tiere vor und nach der Schlachtung von Veterinärmedizinern untersucht werden. Gerade bei den typischen österreichischen kleinstrukturierten Vermarktern droht ein Aussetzen dieser Kontrollen. Das könnte auch die bäuerliche Direktvermarktung betreffen. Während für Großschlachtbetriebe österreichweit durch eine Verordnung der Gesundheitsministerin Qualität und Art der Kontrollen geregelt sind gibt es für Kleinbetriebe, bei denen die Landeshauptmänner zur Vollziehung berufen sind, noch nicht eine einzige Verordnung. Die Tierärztinnen und Tierärzte Österreichs haben sich bereit erklärt, Aufwand und Kosten der zusätzlichen fachlichen Fortbildung in Eigenregie zu übernehmen, wobei sie dankenswerterweise auch vom Ministerium unterstützt werden. Die entsprechenden Vorgaben bis hin zur Entlohnung in den Ländern fehlen jedoch. Es tritt der unbefriedigende Zustand ein, dass die derzeit mit der Fleischuntersuchung beauftragten Tierärztinnen und Tierärzte ohne Rechtsgrundlage ihre Arbeit täglich weitermachen, zusätzlich Fortbildung absolvieren, aber weder wissen, ob ihre Arbeit zukünftigen Anforderungen entspricht, ob sie diese Arbeit auch in Zukunft werden ausüben können, und wie ihre Entlohnung dafür aussieht.

Mit Hinweis auf das kommende neue europäische Fleischuntersuchungsrecht hat man die Tierärztinnen und Tierärzte zum Teil mehr als 10 jahrelang hingehalten und jedwede Valorisierung des ohnedies geringen Untersuchungsentgeltes blockiert. Es geht nicht an, dem Berufsstand die Verantwortung für die Lebensmittelsicherheit in diesem Bereich zu übertragen und gleichzeitig mit der Begründung, dass die Not leidende Landwirtschaft bzw. Fleischwirtschaft entlastet werden müssen, die Tierärztinnen und Tierärzte zu verpflichten, diese beiden Wirtschaftszweige auch noch zu subventionieren.

Die Österreichische Tierärztekammer fordert, dass in allen Bundesländern die Perspektiven in diesem Bereich klargelegt werden und die oft schwierige Arbeit als Schlachttier- und Fleischuntersuchungstierarzt nicht durch Ungewissheit, fehlende Rechtsgrundlagen und bürokratische Schikanen zum Nachteil der Tiere, der Konsumenten und nicht zuletzt auch der Bauern gefährdet wird.

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Dr. Helmut Wurzer
Präsident der Österreichischen Tierärztekammer
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