Weltwassertag 22. März: Sauberes Wasser für alle

Wien, 20. März 2008 (OTS) - Sechs Milliarden Menschen leben auf
der Erde - eine Milliarde davon hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. Österreich hat es sich zur Aufgabe gemacht, gerade in den ärmsten Regionen die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und Sanitäranlagen zu verbessern.

Wasser ist Leben. Was dieser Satz wirklich bedeutet, spürt man erst, wenn es an sauberem Trinkwasser fehlt. Insbesondere in ärmeren Staaten und Regionen mit stark wachsender Bevölkerung, etwa in Afrika oder Zentralamerika, leiden viele Menschen an Krankheiten, weil sie keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Wenn Wasser nicht - wie in Österreich üblich - aus dem Wasserhahn kommt, hat das oft noch viel weitreichendere Auswirkungen auf eine Gesellschaft. So werden Kinder nicht selten statt in die Schule zum Wasserholen ausgeschickt. Darunter leidet die Bildung.

- Wasser - ein Menschenrecht -

"Jeder Mensch hat ein Recht auf sauberes Trinkwasser", betont Brigitte Öppinger-Walchshofer, Geschäftsführerin der Austrian Development Agency, dem Unternehmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA), anlässlich des Weltwassertages am 22. März 2008. "Nicht zuletzt weil wir uns der UN-Charta für Menschenrechte verpflichtet fühlen und weil wir aufgrund unserer alpinen Lage sehr viele Wasser-Experten haben, setzt die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit sehr auf den Aufbau von Infrastruktur für die Wasserversorgung", so Öppinger-Walchshofer.

- Kein Wasser ohne Abwasser -

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit hat von 2003 bis 2007 rund 38 Millionen Euro in Projekte im Sektor Wasser und Siedlungshygiene investiert. Denn um die hygienischen Bedingungen in einer Region zu verbessern und Krankheiten zu vermindern, reicht es nicht aus, für sauberes Trinkwasser zu sorgen. "Besonders wichtig ist es, Verständnis für die Sanitärversorgung zu schaffen", sagt Robert Burtscher, Wasserexperte der OEZA in Uganda.

- Nur Selbsthilfe wirkt -

Bereits in vierzig Kleinstädten läuft das vor zehn Jahren initiierte "South Western Towns Water and Sanitation Programme" der OEZA im Südwesten Ugandas. Wenige Jahre nach Projektstart entstanden mehrere kleine Baufirmen und errichteten Brunnen, Leitungen, Wasserpumpen und kommunale Sanitäranlagen. Mittlerweile übernehmen lokale Firmen auch die Detailplanung. "Jedes Projekt sollte sich nach einer Startphase selbstständig entwickeln. Das ist in Uganda hervorragend gelungen", sagt Burtscher. Aus dem Programm wurde inzwischen ein Fonds für Wasserversorgung und Siedlungshygiene, der in einer größeren Region die Entwicklung der Infrastruktur finanziert. In Zusammenarbeit mit der EU werden Anlagen in weiteren siebzig Kleinstädten gefördert, und ab heuer beteiligt sich die OEZA an einem landesweiten Wassersektorprogramm.

- Ein Kanalnetz für Mazedonien -

In Mazedonien, einem der wirtschaftlich schwächsten Länder Europas, hatte die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung nach der Staatsgründung keinen hohen Stellenwert. Teile des Abwassers wurden jahrelang in offenen Kanälen entsorgt. Regnete es lange, liefen die Kanäle über, wurden von Müll und Schutt verstopft und überschwemmten Siedlungen. Die Modernisierung des Kanalnetzes und Ausbau der Kapazitäten zur Abwasseraufbereitung standen daher im Zentrum der österreichischen Unterstützungsmaßnahmen, die seit 2002 gesetzt werden. 2006 konnten die ersten größeren Abwasserprojekte abgeschlossen werden. Bereits drei dicht besiedelte Wohngebiete haben eine moderne Wasserver- und -entsorgung erhalten.

- Moderne Toiletten: Trocknen statt Spülen -

Die Abwasserentsorgung ist speziell in den ärmsten Regionen der Welt eine besondere Herausforderung. Meist gibt es kein Geld für den Bau oder Erhalt von Kanalsystemen, zudem ist vielerorts nicht genügend Wasser für diese Technologie vorhanden. Teure Kanalsysteme sind daher oft keine Lösung. Toiletten, in denen Fäkalien in einer Kammer in der Sonne nach kurzer Zeit trocken und keimfrei sind, helfen hier weiter.

- OEZA-Wasserprojekte von Guatemala bis Mosambik -

Nicht nur im "Internationalen Jahr der sanitären Grundversorgung" 2008 fließt ein wesentlicher Teil der Mittel der OEZA in Wasserprojekte auf vier Kontinente. Die OEZA gibt jährlich konstant zwischen neun und zehn Millionen Euro ihres bilateralen Projektbudgets für den Schwerpunktsektor Wasser und Siedlungshygiene aus. Derzeit unterstützt Österreich Wasserprojekte unter anderem in den ostafrikanischen Ländern Uganda, Kenia und Ruanda, im westafrikanischen Kap Verde, Burkina Faso und Senegal, in Mosambik im Süden Afrikas, in den Palästinensischen Gebieten und im zentralamerikanischen Nicaragua und Guatemala. Darüber hinaus kofinanziert die OEZA in Kooperation mit anderen Gebern die Afrikanische Wasserfazilität, die bei der Afrikanischen Entwicklungsbank angesiedelt ist. Dazu kommen Projekte in Südosteuropa: in Mazedonien, Montenegro, Serbien einschließlich des Kosovo, Albanien und Moldau.

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