Molzer: "Nein zur Lkw-Maut für Autobusse" - Buswirtschaft für Neuregelung der Bemautung

"Bestrafung von 50 Millionen Fahrgästen, die Busse als ökonomisch und ökologisch sinnvolle Alternative nutzen" - "1 Bus entspricht 30 Pkw" - Startschuss zur Info-Kampagne

Wien (PWK206) - "Wir transportieren keine Güter, wir
transportieren Menschen. Busse sind Pkw in größerer Ausführung, zahlen aber im Zuge des Roadpricings Mautgebühren wie Lkw", beschreibt Karl Molzer, Obmann des Fachverbandes der Busunternehmungen der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die missliche Lage seiner Branche. "Dazu kommt, dass diese im Europadurchschnitt sehr hohe Bemautung von Autobussen auf Autobahnen undifferenziert geschieht. Denn Busse werden heute in Sachen Maut wie Lkw behandelt", ergänzt Johann Sklona, Branchensprecher der Busunternehmen in Oberösterreich. Anlass ist der Startschuss für die Informations-Kampagne "Nein zur Lkw-Maut für den Autobus". Als einen möglichen Lösungsansatz sehen die Branchensprecher die Wiedereinführung der Vignettenpflicht für Autobusse.

Ziel der vom Fachverband der Autobusunternehmungen initiierten Informations-Offensive ist es, die Meinungsbildner zu überzeugen, dass der Bus von der derzeitigen Reglung zu befreien und von der LKW-Maut zu entkoppeln ist, "und zwar im Sinne der Fahrgäste und der ökologischen Bedeutung des Busses als Verkehrsmittel", so Molzer und Sklona einstimmig. So wird demnächst unter Bus-Fahrgästen eine Unterschriften-Aktion gestartet, deren Ziel es ist, auf die unverhältnismäßigen Mehrkosten durch die LKW-Maut hinzuweisen und der Forderung nach einer dringenden Differenzierung zwischen LKW und Bus Nachdruck zu verleihen. Weitere Informationen zu Ziel und Umsetzung der Informationskampagne sind ebenso wie die Materialien und (druckfähige) Fotos zur heutigen Pressekonferenz auf der Webseite www.fachverband-bus.at zu finden.

"Die Lkw-Maut für Busse auf Autobahnen stellt eine Bestrafung von 50 Millionen Fahrgästen, die Busse als ökonomisch und ökologisch sinnvolle Alternative zum Privatauto nutzen, dar. Denn ein Bus ersetzt eine Kolonne von 30 Pkw", sind Molzer und Sklona um Aufklärung der Bevölkerung bemüht.

Verschärfend kommt dazu, dass die Lkw-Maut auf Autobahnen mit 1. Mai 2008 abermals - und damit seit 2007 ein weiteres Mal - erhöht wird: Die im Juli 2007 um 19 Prozent gestiegene LKW-Maut wird um 2,2 Prozent angehoben.

"Vor allem die Fahrgäste sind es, die aufgrund der aktuellen Regelung die Kosten verstärkt zu spüren bekommen. Auch damit wird die Inflation angeheizt", gibt Bundesfachverbandsobmann Molzer zu bedenken. Besonders trifft die ungerechte Bemautung die vor allem die für die Buswirtschaft wichtigsten Personengruppen der Senioren und Schüler. "So erhöht sich beispielsweise der Kostenbeitrag, den die Eltern bei einer Schulsportwoche zu leisten haben, durch die Maut um mehr als 27 Prozent. Die gesamte Mautbelastung verteuert beispielsweise bei einer Transferfahrt von Gmunden nach Millstatt den Fahrpreis pro Schüler von 25 auf 35 Euro", illustriert Busunternehmer Sklona die Misere mit Zahlen aus der täglichen Praxis. Ein weiteres Beispiel: "Die derzeitige Regelung setzt ein reisendes Ehepaar mit einer Tonne Fracht gleich. So wird beispielsweise ein Ehepaar aus Salzburg, das sich für einen Tagesausflug mit dem Bus in die Wachau entschließt, bei einer Strecke von insgesamt 450 Autobahn-Kilometern mit Mehrkosten durch die Mautbelastung in der Höhe von 17 Prozent konfrontiert. Das ist ein unhaltbarer Zustand", sagt Bundesfachverbandsobmann Molzer. (JR)

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