Ärztekammer: Vorbereitungen für vertragslosen Zustand laufen an

"Reaktion auf jüngste Aussagen von WGKK-Obmann Bittner" - Rasche Information für Patienten wie Ärzte notwendig

Wien (OTS) - Als Reaktion auf die jüngsten Aussagen des Obmanns
der Wiener Gebietskrankenkasse, Franz Bittner, im Rahmen des SPÖ-Bildungszentrums, wonach er den vertragslosen Zustand in Wien ankündigte, bereitet sich die Wiener Ärztekammer nun intensiv auf eben diesen vor. "Theoretisch ist der Vertrag täglich aus besonderen Gründen beiderseitig auflösbar", erklärt Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart. Um die Patientinnen und Patienten wie auch die Wiener Ärzteschaft rechtzeitig über etwaige Auswirkungen zu informieren, würde bereits der Druck von Handbüchern und Tarifen vorbereitet. ****

Er, Steinhart, gehe davon aus, dass der WGKK-Obmann den Kassenvertrag mit den Wiener Ärztinnen und Ärzten gemäß seiner Ankündigung in absehbarer Zeit kündigen werde. Dies würde bedeuten, dass die Patientinnen und Patienten "bei jedem Arztbesuch aus eigener Tasche" bezahlen müssten.

"Ich bin beinahe schon erleichtert darüber, dass die Wiener Gebietskrankenkasse nun offensichtlich ihre geplanten Schritte outet", so der Standesvertreter. Denn die Verhandlungen mit der WGKK würden "unerträglich lange schon auf Eis liegen". Mit der Ankündigung der Vertragsauflösung würde sich die festgefrorene WGKK "endlich klar deklarieren, wo sie steht".

Kein "Back up-System" für gescheiterte Verhandlungen

Steinhart kritisiert zudem, dass noch immer kein schlüssiges Sanierungskonzept zur Lösung der Finanzmisere rund um die Krankenkassen vorliege. Mit Spannung warte er daher bereits auf das für Anfang April angekündigte Konzept. Dieses müsse "umfassend und zielführend sein". Auch die Patientinnen und Patienten könne man nicht länger in diesem Schwebezustand belassen.

Er, Steinhart, erwarte von einem ernst zu nehmenden Sanierungskonzept vor allem eine Festigung des kollektivvertraglichen Systems zwischen den Ärztekammern und den Gebietskrankenkassen. Der Standesvertreter zeigt sich "äußerst hoffnungsvoll" darüber, dass "die kurzzeitig aufgekommenen Ideen zur Zersplitterung der Verträge in einzelne Ärztegruppen bzw. die Möglichkeit, außerhalb des Gesamtvertrages mit Ärzten Einzelverträge ohne den Sozialpartner Ärztekammer abzuschließen, vom Tisch sind."

Würde man die Finanzmisere der Krankenkassen dazu missbrauchen, sich des Verhandlungs- und Sozialpartners Ärztekammer zu entledigen, wäre dies ein fatales Zeichen der Bevölkerung gegenüber, so der Vizepräsident. Österreich sei in vielen Bereichen "ein Land der lebendigen Sozialpartnerschaft", eben dieses System habe auch zu einer hohen Patientenzufriedenheit sowie zu einem der besten Gesundheitssysteme der Welt geführt.

Eine Auflösung dieses gut bewährten Systems wäre aus heutiger Sicht für Steinhart "einer der wenigen Gründe, alle Verträge mit den Kassen zu kündigen. Und ich nehme an, dass das nicht nur für Wien gelten würde", so der Vizepräsident abschließend.

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