Gschwandner: Entwurf zur Maklerverordnung kann so nicht akzeptiert werden

Diktatorische Gewinnfestsetzung gibt es sonst nur noch in Kuba

Wien (OTS) - "Diesen Entwurf zur Immobilienmaklerverordnung kann
die Immobilienwirt-schaft nicht hinnehmen. Man muß sich ernstlich fragen, in welchem Staat wir leben. Hier wird einer Branche, unter dem Vorwand, dies sei sozial erforderlich und leitet sich aus der Schutzbedürftigkeit der Mieter ab, diktatorisch 33% ihres Umsatzes gestrichen," zeigt sich Eva Gschwandner, SO-Stv. in der Sparte IC und Mitglied im Ausschuss der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wiener Wirtschaftskammer, empört über den nun bekannt gewordenen Entwurf der Maklerverordnung. Und weiter, "Die Anmietung einer Wohnung bedarf nicht zwingend der Inanspruchnahme eines Maklers, gerade in Österreich werden viele Wohnungen privat vergeben. Sozial Bedürftige mieten in der Regel auch nicht über einen Makler an. Der soziale Aspekt ist somit widerlegt."

Im Vorblatt des Entwurfes ist unter dem Punkt Auswirkung auf die Beschäftigung und den Wirtschaftsstandort Österreich salopp angeführt: "Es wird zu Einkommenseinbußen bei den Immobilienmaklern kommen."-Schmecks. Gerade bei den Immobilienmaklern gibt es viele Klein- und Familienbetriebe, für die diese Einkommenseinbußen eine Existenzgefährdung darstellen bzw. das Ende ihres Unternehmens bedeuten wird. In der Immobilienbranche sind hochqualifizierte Mitarbeiter beschäftigt, die ihren Level nur durch dauernde Weiterbildung halten können. Diese sind auch entsprechend zu entlohnen. Dass diese Kürzung der Maklerprovisionen viele Arbeitsplätze kosten wird, da man diesen Angestellten ja aufgrund dieser Verordnung nicht einfach auch die Gehälter um 33% kürzen kann, wird nicht einmal erwähnt. Wo sind denn hier die Vertreter der AK, die das alles so vehement fordern?

"Man hat sich hier in einen Wirtschaftszweig verbissen, der vergleichsweise klein ist (man verliert durch diese Vorgangsweise nicht allzu viele Wähler),aber große Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft hat. Was man den Maklern nimmt, nimmt man auch deren Dienstnehmern, was man den Vermietern nimmt, nimmt man der gesamten Bauwirtschaft und den damit verbundenen Branchen, da Vermieter durch ihre Investitionen in die Immobilie tausende Arbeitsplätze sichern", führt Gschwandner weiter aus.

Wo wirklich anzusetzen wäre, verschweigt man aber. Wozu die Mietvertrags-gebühren, für die der Mieter keine Gegenleistung erhält, wozu die Umsatzsteuer auf Mieten, deren Abschaffung die Mieter auf einen Schlag um monatlich 10% entlasten würde. Diese Abgaben sind EU-weit einzigartig. Freilich, auf diese Einnahmen will der Staat nicht verzichten. In einer wirtschaftlicheren Führung der kommunalen Versorgungsbetriebe ergäbe sich auch ein großes Einsparungspotential, das den Mietern durch geringere Betriebskosten zugute kommen würde. Hier könnte man soziale Kompetenz beweisen.

"Aber diese Regierung disqualifiziert sich durch eine derartige Vorgangsweise selbst. Die einen holen wieder alte Ideologien hervor, die man längst überwunden glaubte, die anderen scheinen ihre Wirtschaftskompetenz gänzlich verloren zu haben. Es geht nur mehr um Populismus, auf wessen Kosten auch immer. Diese Regierung hat ihr Ablaufdatum bereits überschritten und man kann nur im Interesse der Bevölkerung hoffen, dass der Sache rasch ein Ende bereitet wird" schloß Gschwandner.
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