Immobilienmakler wehren sich gegen Provisionskürzung

Wien (OTS) - Die Fachgruppe Wien der Immobilien- und Vermögenstreuhänder wehrt sich vehement gegen den vom BMWA vorgestellten Entwurf einer Verordnung zur Änderung der Immobilienmaklerverordnung, mit der die Provisionshöchstsätze für die Vermittlung von Mietverträgen im MRG-Vollanwendungsbereich auf den Betrag von 2 monatlichen Bruttomietzinsen herabgesetzt werden soll.

"Der Entwurf ist für unsere Seite völlig inakzeptabel, es ist schier unglaublich und völlig unseriös, im Vorblatt dieses Entwurfes diese Maßnahme mit einer Stärkung der Kaufkraft von Wohnungssuchenden und einer Dämpfung der Inflation zu rechtfertigen", macht FGO Oliver Brichard, MSc seinem Unmut Luft.

"Der Wohnungssuchende hat vielleicht 1 - 2 mal im Leben eine Maklerprovision für die Inanspruchnahme einer Dienstleistung, also einer faktischen, geldwerten, Gegenleistung, zu bezahlen. Eine wirkliche Stärkung der Kaufkraft kann nur durch eine Entlastung von den Nutzern periodisch treffenden Zahlungsverpflichtungen erreicht werden. Genauso gut könnte man die Senkung der Flughafengebühr auf Male, wo der Durchschnittsösterreicher höchstens 2 mal im Leben landet, als Maßnahme der Inflationsbekämpfung verkaufen" so Brichard weiter.

"Es ist in keinster Weise nachvollziehbar, wenn die Politik selbst durch exorbitante Erhöhungen von Gebühren (Müll-, Abwassergebühren, etc) an der Inflationsschraube dreht, anstatt effiziente Lösungen für ein konkretes Problem unserer Zeit, was die Entwicklung der Kaufkraft ja zweifellos ist, anzubieten.

Wenn dann noch im Vorblatt unter dem Stichwort "Alternativen" lapidar "Keine." angegeben wird, sind ernsthafte Zweifel an der Problemlösungskompetenz unserer Regierung angebracht. Ich wünsche mir keine Regierung, für die der einzige (!) Weg zur Inflationsbekämpfung darin besteht, eine Berufsgruppe um ein Drittel ihres Einkommens, das sie durch qualitativ hochwertige Dienstleistung erwirtschaftet, zu bringen.

Von der angedachten Neuregelung wären alleine in Wien 2200 Maklerunternehmen betroffen - nicht nur sie, sondern auch unzählige Mitarbeiter würden ihrer Existenzgrundlage beraubt werden.

Auch den Konsumenten würde ein Bärendienst erweisen werden: Sie wären - ohne die nach der geltenden Rechtslage obligate professionelle Beratung durch den Immobilienmakler - einem Markt mit komplexen juristischen Rahmenbedingungen ausgeliefert, was unweigerlich zu einer völligen Verwilderung des Wohnungsmarktes führen würde. Der Ruf nach geordneten Verhältnissen, nach dem Immobilienmakler seines Vertrauens, wird dann nur eine Frage der Zeit sein", so Brichard abschließend.

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