Becker zu Buchinger: "Weg bei 24-Stunden-Betreuung stimmt, Lösung aber noch unbefriedigend"

Seniorenbund-Generalsekretär betont Notwendigkeit weiterer Verbesserungen

Wien (OTS) - Als "übertriebene Schönfärberei" bezeichnete Heinz K. Becker, der Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes, die jüngsten Aussagen Sozialminister Buchingers wonach das Problem der 24-Stunden-Betreuung gelöst sei. "In Grundzügen ist das neue Modell in Ordnung, wir sind am richtigen Weg", unterstrich Becker:
"Allerdings gibt es sehr wohl noch Verbesserungsbedarf. Buchingers Jubel kommt verfrüht." Der Generalsekretär nannte vor allem vier konkrete Bereiche, in welchen noch Verbesserungsbedarf gegeben sei:
Förderung der 24-Stunden-Betreuung, Qualifikation der Betreuungskräfte, Ausbildungsoffensive im Bereich Pflege und Betreuung sowie stärkere Einbindung Freiwilliger.

Um eine legale 24-Stunden-Betreuung auch leistbarer zu machen, sei das Fördermodell des Sozialministeriums unzureichend. "800 Euro Förderung für jede betroffenen Familie, Abschaffung der Vermögensgrenze in ganz Österreich", brachte Becker die Forderung des überparteilichen Österreichischen Seniorenrates auf den Punkt. Buchinger solle zu denken geben, dass auch sein SPÖ-Kollege Karl Blecha eben diese Forderung unterstützt. Unklar sei zudem die Frage der Qualifikation der 24-Stunden-Betreuer. "Buchingers Fördermodell verlangt von den Betreuungskräften ab kommenden Juli eine nachweisbare Ausbildung als Heimhilfe. Bisher sind aber keine Details bekannt. Wo können sich Betreuungskräfte ausbilden, wer zahlt wie viel dafür? Hier ist Buchinger gefordert, gemeinsam mit den zuständigen Ministerien initiativ zu werden", betonte Becker.

Ganz allgemein sei es zudem notwendig, im Bereich Pflege und Betreuung rasch weitere Verbesserungen in die Wege zu leiten. "Wir fordern unter anderem seit langem eine Ausbildungsoffensive bei den Pflege- und Betreuungsberufen von der Lehre bis zur universitären Ausbildung", führte der Seniorenbund-Generalsekretär aus: "Der Bedarf an Pflege- und Betreuungskräften wird in den nächsten Jahren stetig steigen. Darauf müssen wir uns jetzt vorbereiten." Der Seniorenbund tritt weiters dafür ein, Freiwillige stärker einzubinden. Gerade im Bereich der Betreuung, also der nichtmedizinischen Pflege, wären viele Seniorinnen und Senioren bereit, einen persönlichen Beitrag zu leisten. "Wir haben öffentlich mehrmals angeboten, gemeinsam bessere Konzepte zur Einbindung Freiwilliger umzusetzen. Die Seniorenorganisationen könnten dabei als eine zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle dienen. Bisher haben wir von Buchinger aber noch keine Reaktion auf unsere Vorschläge", so Becker. Vorraussetzung für eine bessere Nutzung des Potentials freiwilliger Helfer seien Aufwandsentschädigungen, Qualifizierungsmaßnahmen und die Schaffung versicherungsrechtlicher Absicherungen für freiwillige Helfer.

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