"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Dinkhauser, 's isch Zeit" (Von Peter Nindler)

Ausgabe vom 18. März 2008

Innsbruck (OTS) - Was und wer ist Fritz Dinkhauser derzeit eigentlich?Interessenvertreter oder Wahlkämpfer? Der AK-Chef tritt für eine politische Erneuerung im Lande ein und setzt diese beim Politiker Dinkhauser gleich selbst außer Kraft.

Er kann noch so oft und gebetsmühlenartig verkünden, dass seine Aussagen zur Lage der Tiroler Arbeitnehmer oder zur Steuerreform nichts mit seiner eigenständigen Kandidatur zu tun haben. Letztlich nützt Dinkhauser das AK-Podium und den Schutzschild der Interessenvertretung weidlich für seine politischen Absichten aus. Funktion und Kandidatur lassen sich zweieinhalb Monate vor der Landtagswahl nicht mehr trennen. Sie vermischen sich zwangsläufig, obwohl der Arbeiterkammerpräsident stets das Gegenteil betont. Trotzdem: Auch wenn man 100 Mal etwas Falsches behauptet, wird es dadurch nicht richtiger.

Bei der Landtagswahl im Juni ist Dinkhauser der Herausforderer des schwarz-roten Establishments in Tirol. Das belebt die älteste Festlanddemokratie und fordert die Politik heraus. Doch schamlos strapaziert Dinkhauser die politische Kultur.

Dinkhauser, 's isch Zeit, endlich Konsequenzen zu ziehen. Gerade jetzt "z'sammhalten" gegenüber Forderungen nach einem Rücktritt als AK-Präsident, wäre das falsche Signal und ein Zeichen der Schwäche. Dinkhauser hat dieses vorösterliche Herumgeeiere aber nicht notwendig. Außer er benötigt die Kammer als Wahlkampfzentrale, um seinen politischen Gegnern auf Kosten der Arbeiterkammer zu erklären, welchen Missbrauch er im heiligen Land Tirol mit der AK betreibt.

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