Verbesserungen im Kindergarten

Kindergartengesetz in Begutachtung - Personalkostenanteil des Landes wird erhöht

Bregenz (VLK) - Die Vorarlberger Landesregierung hat die Novelle
zum Kindergartengesetz in die Begutachtung versandt. In Zusammenarbeit mit dem Gemeindeverband wurde ein ambitioniertes Maßnahmenpaket geschnürt, das unter anderem die Voraussetzung zur schrittweisen Öffnung des Kindergartens für Dreijährige und die Senkung der Kinderhöchstzahl je Gruppe schafft, erklären Landesrat Siegi Stemer und Gemeindeverbandspräsident Wilfried Berchtold. Begleitend wird auch der Personalkostenanteil des Landes für die Gemeinden erheblich erhöht.

Diese Maßnahmen, die zusätzlich auch die Tarifgestaltung, eine konkrete Bedarfserhebung und Gemeindekooperationen umfassen, bedeuten einen enormen Qualitätsschub. "Mit der Unterstützung des Landes werden wir Umsetzungsschritte wie die Schaffung der notwendigen Raum-und Personalressourcen in den folgenden Jahren Zug um Zug realisieren", so Berchtold.

Schrittweise Öffnung für Dreijährige

In Vorarlberg gehen rund 97 Prozent der Vier- und Fünfjährigen in den Kindergarten. Unter den 8.800 Kindergartenkindern sind auch mehr als 800 Dreijährige, das sind etwa 21 Prozent dieser Altersgruppe. Bisher war deren Aufnahme nur im Rahmen eines Kindergartenversuches möglich, nun soll der Kindergarten ab Herbst 2008 mit der Erweiterung der räumlichen und personellen Voraussetzungen schrittweise für Dreijährige geöffnet werden.

Kleinere Gruppen

Kleinere Gruppen sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal des Kindergartens. Derzeit darf eine Kindergärtnerin maximal 20 Kinder in einer Gruppe betreuen. Wird sie von einer zweiten Pädagogin unterstützt, können 28 Kinder aufgenommen werden. Die Höchstzahlen sollen bis zum Herbst 2010 etappenweise auf 16 bzw. 23 reduziert werden. Bei Aufnahme eines Kindes mit besonderem Förder- und Betreuungsbedarf darf eine von zwei Kindergärtnerinnen betreute Gruppe maximal 16 Kinder zählen.

Elternbedarf definiert Öffnungszeiten

Eines der Ziele der Gesetzesnovelle ist die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nach dem Vorbild anderer Länder werden die Gemeinden künftig jedes Frühjahr Bedarfserhebungen als Grundlagen für weitere Planungen durchführen. Bezüglich der Öffnungszeiten wird das Ziel verfolgt, dass die Kindergärten werktags mindestens von 7.30 bis 12.30 Uhr geöffnet sind. Die weiteren Öffnungszeiten sollen auf Basis der Eltern-Bedarfserhebungen festgelegt werden.

Frühe Sprachförderung und "Vorsorge neu"

Darüber hinaus ist es ein wichtiges Ziel der Gesetzesnovelle, die frühe Sprachförderung - schon seit Jahren ein fixer Bestandteil im Kindergarten - durch nähere Regelungen weiter zu forcieren. Die "Vorsorge neu" - ein einzigartiges Projekt nur in Vorarlberg - zeigt bereits deutliche Erfolge. LR Stemer: "Wir wollen stabile Brücken für die Kinder bauen - vom Elternhaus über den Kindergarten in die Schule."

Erhöhte Personalkostenförderung des Landes

Erfreut zeigt sich Gemeindeverbandspräsident Berchtold über das Verhandlungsergebnis bezüglich des Landesbeitrages zur Personalkostenförderung. Der Anteil des Landes wird von 50 auf 60 Prozent angehoben. Dies entspricht einer Entlastung der Gemeinden um mehr als 2,7 Millionen Euro jährlich. "Das schafft den Gemeinden Spielraum für die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen", so Berchtold.

Bis Mittwoch, 16 April haben alle Landesbürgerinnen und -bürger die Möglichkeit, den Gesetzestext einzusehen (bei Gemeindeämtern, Bezirkshauptmannschaften oder im Amt der Landesregierung sowie im Internet auf www.vorarlberg.at) und Änderungsvorschläge zu machen.

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