Bures: Frauen leiden stärker unter dramatischer Teuerung

100 Euro Soforthilfe und schnelle Steuerentlastung für einkommensschwache Frauen

Wien (OTS) - Bei einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt
forderte Frauenministerin Doris Bures heute eine dringende Inflationsabgeltung für Frauen. Bures wies dabei auf drastische Preissteigerungen bei Lebensmittel hin, unter denen vor allem Frauen in den unteren Einkommensschichten zu leiden hätten.

Ende des Jahres 2007 sei die Inflation auf 3,6 Prozent angsteigen. Aber noch dramatischer seien die Preissteigerungen bei den billigsten Lebensmitteln wie Nudeln, die um 37 Prozent teurer geworden seien, oder Käse, der um 20 Prozent mehr koste als im Vorjahr. "So wird alles, was an höheren Lohnabschlüssen erzielt wurde, durch die Teuerung wieder aufgefressen!"

Frauen gehörten aus zwei Gründen zu den am stärksten Betroffenen. Erstens stellten sie den Großteil der unteren Einkommensklassen und zweitens würden diese Einkommensschichten die geringste Steigerung erzielen. Im untersten Einkommensbereich, in dem sich 64 Prozent Frauen befinden, betrug die Einkommenssteigerung zwischen 2000 und 2006 fünf Prozent. Im obersten Einkommenssegment, in dem es nicht einmal ein Viertel Frauen gibt, sind die Einkommen im selben Zeitraum um 16 Prozent gestiegen.

Die Frauenministerin forderte daher eine Soforthilfe von 100 Euro, denn diese käme zu 60 Prozent Frauen zu Gute. Daneben müsse es aber auch nachhaltige Maßnahmen wie eine Steuerentlastung für die unteren und mittleren Einkommen geben, betonte Bures. Auch Wirtschaftsforscher hätten bekräftigt, dass ein Vorziehen der Steuerreform notwendig sei, um einen Konjunktureinbruch zu verhindern, so die Frauenministerin.

Auch die Familien müssten weiter gestärkt werden, so Bures: "Aber nicht durch ein frauenfeindliches Familiensplitting, in der die Frau nur ein Absetzposten gut verdienender Männer ist, sondern durch Maßnahmen, die eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleisten, wie vor allem ausreichend vorhandene und leistbare Betreuungsplätze für die Kinder." "Wenn davon einmal genügend vorhanden sein werden, kann man auch an eine steuerliche Absetzbarkeit von externen Betreuungskosten für untere und mittlere Einkommen diskutieren", so Bures. Ebenso sei über die Erhöhung der Familienbeihilfe, die seit dem Jahr 2000 nicht angehoben wurde, also keine Inflationsanpassung erfahren hätte, nachzudenken, sagte die Frauenministerin abschließend.

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