Grillitsch warnt vor Rütteln am Milchpreis

2%ige EU-Milchquotenerhöhung scharf kritisiert

Wien (OTS) - Besorgt bewertet Bauernbund-Präsident Fritz
Grillitsch die von Brüssel verfügte Erhöhung der Milchquote ab 01.04., die gestern von den EU-Agrarministern gegen die Stimmen von Deutschland und Österreich beschlossen worden ist. Grillitsch befürchtet, dass die mit 2% zwar bescheiden wirkende Mehrproduktion "trotzdem ausreicht, den Bauernmilchpreis, um den wir jetzt jahrelang gekämpft haben, wieder unter Druck zu setzen. Das darf nicht passieren". Der Bauernbundpräsident appelliert heute an Handel und Produzenten, "nicht der Versuchung nachzugeben, jetzt am Bauernmilchpreis zu rütteln". Er erinnert bei dieser Gelegenheit auch daran, dass der jetzige Milchpreis um gerade einmal 0,8% über dem Milchpreis vor 15 Jahren liegt. "Butter ist heute sogar um fast ein Viertel billiger als im Jahr 1993", betont Grillitsch.

Die 2%ige Produktionserhöhung weckt laut Grillitsch "falsche Erwartungen bei den Konsumenten - Illusionen, die von manchen sogenannten Experten noch genährt werden". "Auch die Vertreter der Arbeiterkammer, die jetzt eine Senkung des Milchpreises herbeireden wollen, oder Konsumentenminister Erwin Buchinger, der Produzenten und Handel zu Preissenkungen drängt, sollten sich klar sein, dass die zusätzliche Milchmenge ja fast zu 100% in fernöstliche Länder wie China oder Indien verschwinden wird", so der Bauernbund-Präsident.

Grillitsch fordert Milchbauernprogramm

Um die durch die Quotenerhöhung in Unruhe geratende Milchwirtschaft zu stabilisieren und die Bergbauern abzusichern, fordert Grillitsch von der EU-Kommission "so rasch wie möglich ein Milchbauern-Programm für Österreich in der Höhe von EUR 50 Mio."

Positiv bewertet Grillitsch die Einigung der EU-Agrarminister darauf, dass der sogenannte "Health Check" keine Totalreform werden soll: "Hier hat sich der Einsatz von Landwirtschaftsminister Josef Pröll gelohnt, denn das ermöglicht die schrittweise Anpassung auf neue Gegebenheiten. Für die Bauern ist es wichtig, dass sie Planungssicherheit für die nächsten Jahre haben", so Grillitsch. "Wir werden die weiteren Schritte beim EU-Health Check genau verfolgen und beurteilen und weiter für die Interessen der Bäuerinnen und Bauern in Österreich kämpfen", so der Bauernbund-Chef.
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