Bauer: Positive Grundstimmung in österreichischen Betrieben - Personalstand steigt an

Neue Studie zu nachgefragten Qualifikationen und Einstellungskriterien

Wien (SK) - Eine "positive Grundstimmung" bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung ortete heute, Dienstag, SPÖ-Wirtschaftssprecher Hannes Bauer im Rahmen der Präsentation der Studie "Nachgefragte Qualifikationen und Einstellungskriterien", erstellt vom Institut für Trendanalysen und Krisenforschung. 175 Personalverantwortliche wurden mittels Online-Fragebogen interviewt, dazu erfolgten 30 qualitative Expertengespräche. ****

41 Prozent der befragen Unternehmen bewerten die wirtschaftliche Entwicklung als sehr gut, im Jahr 2006 sei der Prozentsatz lediglich bei 31 gelegen. "Diese gute Stimmung wirkt sich auch auf den Personalstand aus", so Bauer, 60 Prozent hätten angegeben, die Anzahl der Beschäftigten im eigenen Unternehmen sei gestiegen, die größten Entwicklungen seien vor allem in Industrie und Dienstleistungsbereich zu verzeichnen. 70 Prozent vermuten, dass sich der Personalstand auch in den kommenden Jahren erhöhen werde. "Die Regierung hat sich vorgenommen, die Arbeitslosenrate bis 2010 unter vier Prozent zu bringen", unterstrich der SPÖ-Abgeordnete. Dafür müsse noch viel geschehen, aber man sei auf einem guten Weg. Immerhin seien im letzten Jahr 40.000 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen worden und Österreich sei "Europameister im Export".

Auf die Frage, wie schwierig denn die Suche nach neuen Arbeitskräften sei, antworteten 20 Prozent der befragten mit "sehr schwierig", 52 mit "ziemlich schwierig". Gezeigt habe sich in den Experteninterviews, dass vor allem das Nachrücken der geburtenschwachen Jahrgänge, der Fachkräftemangel in technischen Berufen und die mangelhafte allgemeine und berufliche Ausbildung als Gründe dafür angegeben werden. "Das bedeutet einen politischen Auftrag. Die Aus- und Weiterbildung muss verstärkt werden", so Bauer. Es sei "zweckmäßig" in die Ausbildung der Jugendlichen zu investieren, allerdings müsse auch darauf geachtet werden, die Jugendlichen bei der Berufswahl zu unterstützen und sie so "weg von den Mainstream-Berufen" zu bringen.

Als Personalprobleme bezeichnen die Befragten neben hoher Mitarbeiterfluktuation, Mangel an Führungskräften, viele Krankenstandstage und Fehlzeiten vor allem die hohen Personal- und Personalnebenkosten. Die Diskussion um zu hohe Personalkosten halte er, Bauer, für falsch, denn Österreich habe zwar europaweit die vierthöchsten Personalkosten, sei aber auch auf dem Sprung zum dritten Platz beim Wohlstand. Wolle man Qualitätsprodukte und eine hochwertige Wirtschaft, dann dürfe auch das Personal etwas kosten.

Bei der Auswahl von Personal würden Soft Skills wie Kommunikationsfähigkeit, Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit, Kundenorientierung und Teamfähigkeit immer mehr in den Vordergrund rücken und hätten bereits Bereiche wie formale Ausbildung und Berufserfahrung überholt, erläuterte Bauer. Vor allem bei Bewerbern mit gleichen Qualifikationen würden die Soft Skills über die Einstellung entscheiden. Bemerkenswert sei auch, so der SPÖ-Abgeordnete, dass bei der Personalbeschaffung der Online-Bereich, wie die Firmenwebseiten und Online-Jobbörsen, bereits die wichtigsten Rekrutierungskanäle seien. (Schluss) sw

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