Vorstand der Felix Burda Stiftung äußert sich kritisch zur Chemotherapie

München (ots) -

Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung, spricht in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin FOCUS erstmals über die Darmkrebserkrankung und den Tod ihres Sohnes Felix. Christa Maar ist Vorstand der Felix Burda Stiftung, die sich seit Jahren erfolgreich für die Früherkennung von Darmkrebs einsetzt. In dem gestern erschienenen FOCUS-Interview spricht Christa Maar erstmals über die Hintergründe zum Darmkrebstod ihres Sohnes Felix. Sie gesteht die Hilflosigkeit ein, welche die Mutter eines Dreißigjährigen angesichts der Tatsache empfindet, dass es für fortgeschrittene Darmkrebserkrankungen nach wie vor keine Chance auf Heilung gibt. "Es war für mich nicht vorstellbar", so Maar, "dass es trotz intensiver Forschung noch immer keine sicher wirksame Behandlung gibt". Chemotherapien seien extrem belastend und gingen mit einer stark eingeschränkten Lebensqualität einher. Der mögliche Gewinn an Lebenszeit sei daher oft teuer erkauft und der Sinn einer fortdauernden chemotherapeutischen Behandlung von Menschen mit unheilbarem Darmkrebs müsse unter diesen Vorzeichen kritisch hinterfragt werden. "Die Chemotherapie ist eine Sackgasse", so Maar. Für Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs hätten zehn Jahre Fortschritt in der chemotherapeutischen Behandlung lediglich einige wenige Monate Lebensverlängerung bei schlechter Lebensqualität gebracht. Nach Ansicht von Christa Maar müssten Ärzte und Krankenversicherungen sich viel entschiedener dafür einsetzen, dass Darmkrebs erst gar nicht entsteht oder zumindest in einem so frühen Stadium entdeckt wird, dass er geheilt werden kann. Gerade das ist bei Darmkrebs so gut möglich wie bei keiner anderen Krebserkrankung. Daher müsste bei den Versicherten wie bei den Ärzten viel stärker auf Anreize zur Erhaltung der Gesundheit gesetzt werden, so Maar. Doch dies verlange ein komplettes Umdenken im System, wofür aber gegenwärtig der politische Wille fehle. Hintergrund Felix Burda starb am 25. Februar 2001 im Alter von 33 Jahren. Auf seinen Wunsch hin setzt sich seine Mutter Christa Maar seitdem für die Darmkrebsvorsorge ein. Darmkrebs gehört zu den wenigen Krebsarten, die man zu 100 Prozent durch Vorsorge vermeiden kann. Der Tumor wächst langsam und bildet zunächst gutartige Vorstufen (Polypen) aus, die oft erst Jahre später zu Krebs entarten. Bei einer Darmspiegelung lassen sich diese Vorstufen entdecken und entfernen. Nur wenige Menschen, in deren Familien es Fälle von Darmkrebs gibt, wissen, dass sie wie Felix zu den rund fünf Millionen Deutschen gehören, die ein hohes Risiko haben, bereits im jungen Erwachsenenalter einen bösartigen Darmtumor zu entwickeln.

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