Neues Volksblatt: "Klare Worte" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 17. März 2008

Linz (OTS) - Die Formulierung "aufhorchen lassen" ist im Zusammenhang mit öffentlichen Aussagen von Kardinal Christoph Schönborn differenziert zu betrachten. Denn der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz lässt weniger dadurch aufhorchen, dass er sozusagen jederzeit und zu jedem Thema schlagzeilentauglich formuliert. Man muss bei ihm sehr genau zuhören, denn manches findet sich bei Schönborn zwischen den Zeilen.
Unter diesem Blickwinkel hat der Kardinal zum Thema humanitäres Bleiberecht im allgemeinen und zum umstrittenen Fall Arigona im besonderen in der ORF-Pressestunde sehr deutliche Worte gefunden. Er warnte davor, zu großen öffentlichen Druck aufzubauen, und er sparte auch nicht mit Kritik an den Begleitern Arigonas, "die ein bisschen zu sehr" die Öffentlichkeit gesucht hätten. Bekanntlich sind auch kirchliche Kreise vor einem gewissen (rechtsstaatlich manchmal auch fragwürdigen) Aktionismus nicht gefeit, dem die Behörden wenig entgegensetzen dürfen. Umso bedeutender auch Schönborns Verweis, dass man in anderen Fällen "in aller Stille" sehr wohl Lösungen in der Frage des Bleiberechts habe finden können.

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