Scheele: Rechte der Frauen in Entwicklungsländern stärken

Kritik an der konservativen Vorsitzenden des EP-Frauenausschusses

Wien (SK) - Weltweit leben 1,3 Milliarden Menschen in absoluter Armut, 70 Prozent davon sind Frauen. Das Europäische Parlament setzte sich heute in Straßburg in einem Bericht mit dieser Problematik auseinander und forderte verstärkte Aufmerksamkeit für dieses Thema. Ein verbesserter Zugang zu Bildung und Information für Frauen in Entwicklungsländern seien ausschlaggebend, so die Abgeordneten. "Es ist erwiesen, dass die Entwicklung in den ärmsten Ländern der Erde nur voranschreiten kann, wenn Frauen gestärkt und ihre Rechte respektiert werden. Der Bericht zeigt eine Vielzahl von Arbeitsfeldern auf, in denen die Union aktiv werden kann und bereits aktiv ist", betonte die SPÖ-Delegationsleiterin im Europäischen Parlament, Karin Scheele. ****

"Nur durch die Stärkung der Stellung der Frauen wird Armutsbekämpfung und eine Verbesserung der demographischen, sozialen und wirtschaftlichen Situation möglich", so Scheele. Als besonders lohnenswert hebt die Europaabgeordnete als Mitglied des Entwicklungsausschusses die Unterstützung von Projekten zur Vergabe von Mikrokrediten hervor. "Mikrokredite steigern die Beteiligung von Frauen am ökonomischen Prozess. Gerade in armen Ländern ist dies oft die einzige Möglichkeit zur wirtschaftlichen Partizipation."
Einmal mehr hätten einige Abgeordnete versucht, die wichtige Debatte über die Stärkung der Frauen in Entwicklungsländern zu nutzen, "um der Welt ihre mittelalterlichen Moralvorstellungen aufzuzwingen", kritisiert Scheele. "Man versuchte, alle Verweise auf sexuelle und reproduktive Rechte zu streichen. Für mich ist es besonders ärgerlich, dass auch die Vorsitzende des Frauenausschusses des Europäischen Parlaments diese Linie unterstützte und somit klar gegen die Gleichstellung von Frauen arbeitet", so Scheele. Es sei politisch unverantwortlich, die Wichtigkeit der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu ignorieren.

"Reproduktive Gesundheit ist ein Menschenrecht und ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung. Reproduktive Rechte umfassen das Recht auf freie Entscheidung über Heirat und Familienplanung. Und es geht um das Recht, Zugang zu den notwendigen Informationen zu haben, die für die freie Entscheidungsfindung notwendig sind", betonte Scheele. Die Vernachlässigung der reproduktiven und sexuellen Gesundheit sei die Ursache vieler Probleme, die die internationale Gemeinschaft als vordringlich bezeichnet. Dazu zählten in erster Linie HIV/AIDS, Müttersterblichkeit, Teenager-Schwangerschaften und schnelles Bevölkerungswachstum, so Scheele abschließend. (Schluss) js/mp

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