Fleckl: Verkauf der ÖBB steht nicht zur Debatte

Bahnprivatisierungen international bisher ausnahmslos gescheitert

Wien (SK) - "Eine Privatisierung der ÖBB kommt für die SPÖ nicht in Frage. Wir sind derselben Ansicht wie Vizekanzler Molterer, der in einem Interview in der 'Presse' definitiv sagte, Infrastruktur sollte immer eine Sache des Staates sein. Die ÖBB gehören eindeutig zu den wichtigsten Infrastrukturunternehmen des Landes; ein Verkauf steht daher nicht zur Debatte", unterstrich SPÖ-Verkehrssprecherin Anita Fleckl Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Etwas verwunderlich sei bloß, dass Molterer im selben Interview meinte, dass die ÖBB unbedingt verkauft werden sollen - 'je früher, desto besser'. "Ein Blick über die Landesgrenzen hinweg zeigt unmissverständlich, dass ein Verkauf der Bahn die schlechteste Idee überhaupt ist und sowohl dem Unternehmen, vor allem aber den Kunden nur zum Schaden gereichen würde", so Fleckl. Denn die Bahn-Privatisierungen seien bisher ausnahmslos gescheitert. So sei die ehemals staatliche British Rail in den 90er Jahren radikal privatisiert worden, mit der Folge, dass das börsennotierte private Folgeunternehmen Railtrack 2001 pleite ging.

Zuvor jedoch habe die Bahn in Großbritannien einen beispiellosen Niedergang erlebt. Es wurde weder in die Schienen noch in das rollende Material investiert. Die Fahrpläne wurden ausgedünnt, trotzdem sank das Service und die Zufriedenheit mit den Angeboten dramatisch. Es habe in England nach der Privatisierung einige schwere Zugsunfälle gegeben, da auch die Sicherheit der Anlagen sträflich vernachlässigt worden ist, erläuterte Fleckl. "Die Bahnprivatisierung hat den öffentlichen Verkehr in Großbritannien beinahe ruiniert", unterstrich die SPÖ-Verkehrssprecherin.

"Ich gehe davon aus, dass Molterer ähnliche Entwicklungen in Österreich nicht haben will und daher einen Verkauf der ÖBB nicht weiter forcieren wird", so Fleckl. Außerdem seien für die nächsten Jahre Investitionen in der Höhe von zehn Milliarden Euro in die Schiene geplant. "Dadurch wird die Bahn als Transportmittel sowohl im Güter- wie im Personenverkehr stark an Attraktivität gewinnen. Ein Verkauf würde diese Vorhaben wohl wieder in Frage stellen", schloss Fleckl. (Schluss) js

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