ÖAMTC-Check der Ferienrouten für Ostern: Manche Autobahnen sind Top, andere gefährlich

Richtung Süden empfiehlt der Club, statt der unfallgefährdeten S6 über die A2 auszuweichen

Wien (OTS) - Rechtzeitig vor Einsetzen des Reiseverkehrs in den Osterferien hat der ÖAMTC eine Sicherheitsüberprüfung der wichtigsten Ferienrouten vorgenommen. "In einem Topzustand sind eigentlich nur die West- (A1), die Süd- (A2) und die Tauern Autobahn (A10), jeweils in den neu ausgebauten Abschnitten. Sie verfügen über ausreichend breite Pannenstreifen mit zusätzlichen Pannenbuchten und sind weitgehend baustellenfrei", fasst ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke die Ergebnisse zusammen.

Als besonders gefährlich stuft der ÖAMTC alle Strecken mit einröhrigen Tunnels ein. Das größte Gefahrenpotenzial wurde auf der Semmering Schnellstraße (S6) zwischen Mürzzuschlag und Leoben ermittelt. Sowohl Ganzstein-, als auch Tanzenberg- und Niklasdorftunnel müssen mit Gegenverkehr befahren werden. "In allen drei Tunnels entspricht weder Beleuchtung noch Belüftung den internationalen Standards, wie sie auch im österreichischen Tunnelsicherheitsgesetz festgeschrieben sind", kritisiert der ÖAMTC-Experte. Flucht- und Rettungswege sind nicht voll einsatzbereit. Hinzu kommt, dass die Belüftungen nicht auf Gegenverkehr ausgerichtet und unterdimensioniert sind. Das hat bei der herrschenden Witterung zur Folge, dass es unmittelbar nach der Tunneleinfahrt in Sekundenschnelle zum Beschlagen der Scheiben kommen kann. Der Club-Experte rät daher, rechtzeitig vor den Tunnels auf einem Parkplatz die Scheiben zu reinigen. Aufgrund der warmen Witterung gibt es auch schon vermehrt Verschmutzungen durch Insekten. "Wer erst im Tunnel den Scheibenwischer betätigt, ist im Blindflug unterwegs", warnt Matzke. Gefährlich ist auch das Umstellen der Autolüftung auf Umluft. Das kann nämlich zum Beschlagen der Innenseite der Scheiben führen, was noch gefährlicher ist, denn dagegen hilft auch kein Wischer.

Semmering-Route: ÖAMTC kritisiert falsche Sparsamkeit der Vergangenheit

Für den generell problematischen Zustand der S6 ist ein Sparerlass früherer Jahre verantwortlich. Mit Ausnahme der neuen Semmering-Tunnels wurde die S6, ebenso wie die anschließende Murtal Schnellstraße (S36), von der inzwischen in der Asfinag aufgegangenen ASAG (Autobahn-Schnellstraßen AG) errichtet. Die ASAG war nur für den Bau, nicht aber für den Erhalt verantwortlich, was den teilweise schlechten Zustand und die großen Aufwände für Sanierungen erklärt. So musste beispielsweise ein Tragwerk der Murbrücke bei Judenburg wegen Baufälligkeit komplett abgetragen werden. Die Asfinag kann derzeit nur Schadensbegrenzung betreiben. Positiv ist, das auf die ernüchternden Ergebnisse der laufenden ÖAMTC-Tunneltests reagiert wurde. Noch heuer wird die zweite Tunnelröhre des Ganzsteintunnels fertig, die Sanierung des Tanzenbergtunnels ist seit Herbst 2007 angelaufen und die Rettungsmaßnahmen für den beschädigten Niklasdorftunnel sind eingeleitet. Die Route S 6/S36 wird aber noch für Jahre ein Sanierungsfall bleiben.

Der ÖAMTC rät daher, auf dem Weg nach Süden die A2 zu benutzen. Sie ist derzeit fast baustellenfrei, alle Tunnels sind voll ausgebaut und entsprechen den aktuellen Sicherheitserfordernissen. Mustergültig ist die Baustelle in der Wiener Südausfahrt. Die alten Markierungen wurden entfernt und die neue Verkehrsführung wurde mit weißer Farben aufgetragen. Nicht so gut gelungen, ist hingegen die Baustelle bei Wiener Neudorf. Die nur abgedeckten weißen Markierungen sind sichtbar, während die orange-farbenen nicht deutlich genug erkennbar sind. Der ÖAMTC erneuert in diesem Zusammenhang seine Forderung nach Einführung von signalgelben Baustellenmarkierungen. "Das ist Europastandard und hat sich vor allem in Deutschland und Italien gut bewährt", meint ÖAMTC-Experte Matzke.

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