"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: " Aus mit dem VP-Gesudere"(Von Peter NINDLER)

Ausgabe vom 13. März 2008

Innsbruck (OTS) - Ob im Juni oder im Herbst in Tirol gewählt wird, macht inhaltlich eigentlich keinen Unterschied: Die Fronten sind geklärt, Verteidiger und Angreifer stehen fest.

Parteiintern hätte VP-Chef LH Herwig van Staa jedoch den Vorteil, dass er mit der Fixierung des Juni-Wahltermins die Partei endlich und mit einem Schlag auf Linie bringen könnte. Steht die Wahl fest, müssen die VPler um ihre Mandate rennen und sich zwangsläufig geschlossen hinter ihren Parteichef stellen. Denn verliert der Häuptling, verlieren auch sie.

Das schwarze "Gesudere" der vergangenen Monate über van Staa, die Partei und die Kandidatur des VP-Rebellen Fritz Dinkhauser würde wohl von heute auf morgen verebben. Und endlich könnte man den AK-Chef vor den Vorhang ziehen, keine Rücksicht mehr auf eine mögliche Versöhnung mit Dinkhauser nehmen, sondern gegen ihn wahlkämpfen.
Dinkhauser käme sicher unter Zugzwang, muss er doch als Wahlkämpfer seine Funktion als AK-Chef sofort zurücklegen und rasch Strukturen aufbauen. Und das nicht erst fünf vor zwölf, sondern bereits nach Ostern. Natürlich wird er wegen der Wahlvorverlegung sofort in die Märtyrerrolle schlüpfen. Doch Dinkhauser hat schon bald ein Jahr Zeit gehabt, um sich auf den Urnengang vorzubereiten.
Die SPÖ ist nach der Wahlschlappe in Niederösterreich wohl in der schwierigsten Position: Dinkhauser, die Grünen und die FPÖ könnten die Sozialdemokraten wie in St.?Pölten abstürzen lassen. Gelingt es SP-Chef Hannes Gschwentner nicht, sich als Herausforderer von van Staa zu präsentieren und Dinkhauser zu entzaubern, wird der EURO-Auftakt am 8. Juni wohl sein politisches Finale sein. Aber das gilt sowohl für Wahlen im Frühsommer als auch im Herbst.

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