Neues Volksblatt: "Zitate" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 13. März 2008

Linz (OTS) - "Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen" - dieses Zitat aus Goethes Faust passt haargenau auf die Gedenkveranstaltungen der Regierung zum 12. März. Das Gemeinsame vor das Trennende stellen, Staatswohl vor Parteiinteressen, gemeinsame Ziele im politischen Handeln, weniger Energie für Konflikte aufwenden - wohlgeformtes Vokabular! Doch dem leidgeprüften Österreicher fällt ein zweites Goethe-Zitat ein: "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube". Und weil wir gerade so schön beim Zitieren sind, noch ein geflügeltes Wort: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Also geben wir uns der Hoffnung hin, dass die Koalitionsregierung ab jetzt den Worten der Gemeinsamkeit die Taten folgen lässt. Glauben wir der Botschaft, dass das Gemeinsame über das Trennende gestellt wird. Denn eines sollte man nicht vergessen: Mögen die Worte zu solchen Gedenkanlässen auch nach Floskeln klingen, in der Sache geht es um eminent Wichtiges! Darum nämlich, dass aus permanentem Parteienstreit, aus Lagerdenken und Unversöhnlichkeit auch im 21. Jahrhundert politische Instabilität entstehen kann, mit Folgen, die kein Demokrat wollen kann.

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