TÜV Sicherheitsbericht 2008 über Aufzüge und Fahrtreppen

TÜV AUSTRIA registriert im Durchschnitt täglich mehr als einen Unfall

Wien (OTS) - Knapp 400 Unfälle bei Aufzügen und Fahrtreppen hat der Geschäftsbereich Aufzugstechnik des TÜV AUSTRIA im Jahr 2007 registriert, somit im Durchschnitt mehr als einen Unfall pro Tag. Die gesetzliche Verpflichtung zur Meldung von Vorfällen hat ein deutliches Ansteigen um 500% in den letzten beiden Jahren bewirkt (2005 wurden nur 79 Unfälle gemeldet). Mit der Kenntnis über diese Unfälle und deren Ursachen können umfassendere Vorbeuge- und Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Durch das Inkrafttreten des Wiener Aufzugsgesetzes am 21.03.2007 werden zwei weitere wesentliche Punkte umgesetzt. Es gibt nun sowohl ein vereinfachtes Bewilligungsverfahren als auch die Verpflichtung für Nachrüstungen. Der TÜV AUSTRIA fordert und unterstützt die weitere Umsetzung dieser Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit aller Benutzer von Aufzügen und Fahrtreppen.

Dem Trend der letzten Jahre folgend verzeichnet der Geschäftsbereich Aufzugstechnik des TÜV AUSTRIA weiterhin ein deutliches Ansteigen von Unfallmeldungen im Bereich Aufzüge und Fahrtreppen. Bei Fahrtreppen wurden letztes Jahr 339 Unfälle gemeldet, die meisten davon betreffen Stürze. Bei Aufzugsanlagen werden immer mehr auch kleinere Unfälle gemeldet, 2007 waren es 58. Hier handelt es sich zumeist um Einklemmen von Fingern bzw. Anstoßen bei sich schließenden automatischen Fahrkorbtüren, aber auch um Stolperunfälle.

Für die Nachrüstung von Aufzugsanlagen hat das seit 21.03.2007 geltende neue Wiener Aufzugsgesetz (WAZG) einen Zweistufen-Plan vorgesehen: In der ersten Phase müssen die sechs wesentlichen Unfallursachen (z.B.: Fahrkorb ohne Türen, Antriebssystem mit schlechter Anhalte-/Nachregulierungsgenauigkeit, fehlende oder unzulängliche Notruf¬einrichtung) im Zuge der ersten regelmäßigen Überprüfung erhoben werden. Die zutreffenden Maßnahmen sind innerhalb der nächsten 5 Jahren umzusetzen. Der zweite Schritt besteht darin, die Aufzugsanlagen je nach Baujahr einer umfassenden sicherheits¬technischen Überprüfung zu unterziehen. Nach Erhebung des Anlagenzustandes und den daraus resultierenden Risikostufen sind dann vorgegebene Fristen zur Durchführung von Nachrüstungsmaßnahmen definiert.

Für Aufzüge in gewerblichen Betriebsanlagen wurde seitens des BMWA diese umfassende Sicherheitsüberprüfung bereits mit 01.01.2006 durch die Verordnung "Sicherheitstechnische Prüfung und allfällige Nachrüstung von Aufzügen (STPAV)" vorgeschrieben.

Auf Grund dieser gesetzlichen Verpflichtungen hat der TÜV AUSTRIA landesweit mehr als 7600 Überprüfungen an Aufzugsanlagen durchgeführt, ca. 5500 davon in Wien. Die Erkenntnisse aus diesen Evaluierungen bestätigen den Gesetzgeber in seiner Forderung, wesentliche Gefährdungen innerhalb der nächsten 5 Jahre zu beseitigen. Über 55% der Gefährdungen betreffen Fahrkörbe ohne Türen, je ca. 35% Antriebsysteme mit schlechter Anhaltegenauigkeit sowie Notrufeinrichtungen, die nicht dem Stand der Technik entsprechen. Weiters konnte festgestellt werden, dass bei nahezu jedem zweiten Aufzug Maßnahmen zum Anheben des ArbeitnehmerInnenschutzes wie z.B. eine Abstiegsleiter in die Schachtgrube der Aufzugsanglage oder Schutzabdeckungen an bewegten Teilen erforderlich sind.

Die positiven Auswirkungen der Nachrüstungen von Aufzugsanlagen ergeben, dass noch im Jahr 1999 die Hälfte aller Aufzugsanlagen ohne Fahrkorbtüren betrieben wurden, jedoch mit Ende 2007 bereits 80% aller Aufzugsanlagen mit Fahrkorbtüre versehen sind. Alle relevanten Themen rund um die Sicherheit und Entwicklung bei Aufzugsanlagen werden beim Aufzugstag 2008 des TÜV AUSTRIA am 09.04.2008 im Wiener Rathaus präsentiert.

Terminankündigung:

7. Aufzugstag des TÜV AUSTRIA:
09.04.2008, 09:00 - 17:00 Uhr
Festsaal des Wiener Rathauses, Eingang Lichtenfelsgasse, 1010 Wien

Unter der Patronanz des Wohnbaustadtrates Dr. Michael Ludwig veranstaltet der TÜV AUSTRIA gemeinsam mit der Stadt Wien den Aufzugstag 2008, bei dem aktuell und praxisbezogen die neuen Bestimmungen und Entwicklungen im Bereich Aufzüge und Fahrtreppen präsentiert werden. Der Aufzugstag dient als Plattform zum Informations- und Erfahrungsaustausch. Neben zahlreichen aktuellen Vorträgen und Interviews besteht die Möglichkeit zum persönlichen Kontakt mit kompetenten Ansprechpartnern der Aufzugsindustrie und des TÜV AUSTRIA. Zu den Teilnehmern zählen Vertreter der Stadt Wien sowie aller Interessensgruppen wie Betreiber, Verwalter, Eigentümer und Hersteller.

Kosten: Euro 160,- (zzgl. 20% USt.) für Besucher [für Journalisten kostenlos]
Information & Anmeldung: TÜV AUSTRIA Akademie, Susanne Kolm,
Tel: 01/617 52 50-8193, kol@tuv.at, www.tuv-akademie.at

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