Lebensmittelindustrie spielt Osterhase und versteckt Käfigeier

VIER PFOTEN fordert Kennzeichnungspflicht für Produkte die Ei enthalten

Wien (OTS) - Jedes Jahr werden in Österreich 2 Mrd. Eier konsumiert, für die 6,7 Mio. Legehennen gehalten werden. Österreichische Supermarktketten haben die Verbraucherwünsche nach Freilandeiern berücksichtigt und Käfigeier längst aus dem Angebot gestrichen. Dennoch stammt etwa die Hälfte aller Eier noch immer aus tierquälerischer Käfighaltung. Sie sind versteckt in Produkten wie Kuchen, Nudeln oder Mayonnaise oder finden Verwendung in der Gastronomie. Eine Kennzeichnungspflicht würde das Problem rasch lösen.

Bei Frischeiern muss seit 2004 auf jedes Ei ein Stempel mit einer Nummer gedruckt werden, wobei die Kennzahlen von 0 (Biologische Landwirtschaft) bis 3 (Käfighaltung) Auskunft über die Haltungsform geben. Auch auf der Verpackung muss die Formulierung Eier aus Freiland-, Boden- oder Käfighaltung deutlich lesbar aufgedruckt sein. Für Produkte, in denen Eier verarbeitet sind, gibt es jedoch keine Kennzeichnungspflicht bezüglich der Hühnerhaltungsbedingungen.

"Die Situation ist absurd: obwohl die Verbraucher im Supermarkt aus Überzeugung zu Freilandeiern greifen, befinden sich dennoch oft Käfigeier im Einkaufswagen", sagt Kampagnensprecher Philipp Strohm von VIER PFOTEN.

Viele Hersteller haben jedoch bereits auf Alternativeier umgestellt und kennzeichnen ihre Produkte freiwillig. Mündige Konsumenten sollten daher Packungsaufschriften beachten. Am tierfreundlichsten sind natürlich Produkte ohne Eier, wie z.B. viele Teigwaren. Bei Backwaren steckt diese Entwicklung noch in den Kinderschuhen, sie kann aber vom Kunden durch gezieltes Nachfragen beschleunigt werden.

Wie eine aktuelle Recherche von VIER PFOTEN belegt, ist die Lage von Hennen in industriellen Käfigbetrieben nach wie vor katastrophal. Weniger als eine DIN A4 Seite Platz steht den Tieren in den restlos überbelegten Drahtkäfigen zur Verfügung, die in Doppelreihen bis zu acht Etagen hoch gestapelt sind. Lebenslanger Stress, hohe Todesraten und massive Verletzungen sind die Folge. Fast immer werden Medikamente verabreicht, damit die Tiere diese Tortur überhaupt überleben. Trotz einiger Verbesserungen setzen sich viele dieser Probleme auch in der Bodenhaltung fort, zumal auch hier oft die Vorderschnäbel der Tiere abgeschnitten werden um Kannibalismus und "Federpicken" in den zu hoch belegten Produktionshallen einzudämmen.

In Österreich werden jedes Jahr pro Kopf 235 Eier verzehrt. Ab 2009 ist die Käfighaltung in Österreich verboten. Durch das Käfigverbot ab 2009 müssen heimische Bauern in Alternativhaltung investieren. Die verarbeitende Industrie wird aber aus Kostengründen auch weiterhin Käfigeier aus dem Ausland zukaufen. Allein schon deshalb ist eine Deklarationspflicht für die österreichische Landwirtschaft wichtig, da sich dann die Konsumenten für Produkte mit heimischen Freilandeiern entscheiden können.

Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN fordert daher als logischen nächsten Schritt, nach den Frischeiern eine Deklarationspflicht für alle Ei-Produkte nach Herkunft und Haltungsform. Damit sich Verbraucher informieren können hat VIER PFOTEN den Einkaufratgeber Käfigfrei einkaufen! in Geldbörsenformat erstellt. Diesen kann sich jeder über die Homepage von VIER PFOTEN herunterladen. Dort können Sie auch einen online Appell an den Einzelhandel abschicken.

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Mag. (FH) Philipp Strohm
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