Behindertenarbeit muss ihren Platz in der Gesetzesnovelle bekommen

Lebenshilfe Österreich appelliert an Abgeordnete, die besondere Situation von Menschen mit Behinderungen in der GuKG-Novelle zu berücksichtigen

Wien (OTS) - "In der Behindertenarbeit werden die Menschen in
ihren alltäglichen Bedürfnissen bis zu 24 Stunden unterstützt. In erster Linie geht es darum, dass sie ein möglichst normales, selbständiges und würdevolles Leben führen können. In der Praxis ist es oft unmöglich, Tätigkeiten der Pflege von der Betreuung zu trennen. BehindertenbetreuerInnen sollen daher künftig genauso wie PersonenbetreuerInnen bestimmte pflegerische Tätigkeiten ausführen können", fasst Mag. Albert Brandstätter, Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe Österreich, die gegenwärtige Situation zusammen.

Der Trend in der Behindertenarbeit geht zu immer kleineren Betreuungseinrichtungen und zur mobilen Betreuung, wo nicht so sehr die pflegerischen Tätigkeiten im Vordergrund stehen, sondern vor allem die Bewältigung des Lebens- und Arbeitsalltags. Auch im Hinblick auf das Vertrauensverhältnis zwischen Betreuer und betreuten Person ist die Situation mit jener der 24 Stunden Betreuung oder der persönlichen Assistenz gut vergleichbar. Die Lebenshilfe Österreich hat in einem Brief gemeinsam mit Caritas, Diakonie und Jugend am Werk an die BehindertensprecherInnen aller Parlamentsparteien appelliert, die Kompetenzen der BehindertenbetreuerInnen in der GuKG-Novelle auszuweiten. Damit wird sichergestellt, dass medizinische Laien nach fachkundiger Anleitung und Kontrolle bestimmte pflegerische Tätigkeiten ausüben dürfen.

Die derzeitige strikte Trennung zwischen Pflege und Betreuung diskriminiert Menschen mit intellektueller Behinderung. "In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass sie von sozialen und kulturellen Veranstaltungen ausgeschlossen werden, weil sie auf Pflege angewiesen sind und es aus Kostengründen nicht immer möglich ist, ausreichend diplomiertes Personal mitzunehmen. Wir von der Lebenshilfe Österreich fordern, dass diese besondere Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen in der GuKG-Novelle verankert wird", so Brandstätter abschließend.

Die Lebenshilfe Österreich vertritt seit 40 Jahren die Interessen von Menschen mit Behinderungen. Gemeinsam mit ihren acht Mitgliedern setzt sie sich für die Gleichstellung von intellektuell und mehrfach behinderten Menschen im politischen und sozialen Umfeld ein. Die Lebenshilfe-Mitglieder begleiten über 10.000 Menschen mit Behinderungen im Wohn- und Arbeitsbereich das gesamte Leben über.

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