BUNDESJUGENDVERTRETUNG: 1938 muss eine Warnung sein!

Die Rolle von jungen Menschen im Nationalsozialismus thematisieren!

Wien (OTS) - "Im Gedenkjahr 2008 darf die Situation junger
Menschen im Nationalsozialismus nicht ausgeblendet werden", betont Edda Strutzenberger, Vorsitzende der Bundesjugendvertretung (BJV), "ihre Rollen als Opfer und Widerstandsleistende, aber auch als MitläuferInnen und Handlanger, sind wichtige Aspekte der österreichischen Geschichte und dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden." Die BJV plädiert dafür, im Gedenkjahr den Fokus besonders auf die Situation der Jugend im Nationalsozialismus zu richten.

Das Jahr 1938 war besonders für junge Menschen eine Zäsur. Nachdem mit dem "Ständestaat" bereits 1933 ein diktatorisches Regime installiert worden war, gingen die Widerstandsbestrebungen gegen den "Anschluss" als Randerscheinungen unter. Die Diskreditierung und Beseitigung der Demokratie erleichterten den Weg Österreichs "heim ins Reich". Der Nationalsozialismus setzte fortan seine Kräfte daran, junge Menschen möglichst frühzeitig ins System einzugliedern um dem Volksganzen zu dienen. Kinder und Jugendliche sollten in den Jugendorganisationen der NSDAP auf ihre künftigen Aufgaben für Volk, Reich und Führer vorbereitet werden. Dies geschah durch das frühzeitige "Erlernen" von Disziplin und Unterordnung. Leider oft mit Erfolg: Viele junge Menschen wurden so zu Handlangern des Systems.

Zugleich waren junge Menschen, die nicht in das perverse nationalsozialistische Menschenbild passten, Opfer von Ausgrenzung, Gewalt und in letzter Konsequenz Vernichtung. Es waren auch Kinder und Jugendliche, die in den Vernichtungslagern grausam ermordet oder für absonderliche medizinische Experimente missbraucht wurden. Es waren aber oft gerade Jugendliche und Jugendorganisationen, die sich gegen das Regime auflehnten und gezielt Widerstand leisteten. Ganze Widerstandsgruppen fußten auf ihren entschlossenen Leistungen.

Die Bundesjugendvertretung als Vertretung aller jungen Menschen in Österreich widmet sich diesem Thema mit Nachdruck. Auf www.jugendvertretung.at ist ein eigener Bereich zu finden, in dem die Projekte der Kinder- und Jugendorganisationen zum Gedenkjahr gesammelt sind.

"Wir sehen die Geschichte als Handlungsauftrag für die Gegenwart und Zukunft", betont Edda Strutzenberger, "gerade Kinder- und Jugendorganisationen leisten heute einen wichtigen Beitrag dazu, Kindern und Jugendlichen Toleranz zu vermitteln und gegen Diskriminierung und Intoleranz aufzutreten. Für jene, die Intoleranz und Hass schüren, darf in Österreich kein Platz sein! 1938 muss uns eine Warnung sein!"

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