Immer mehr "McJobs" in Niederösterreich - Zahl geringfügig Beschäftigter explodiert

Fast 3.900 Niederösterreicher arbeiten neben regulärem Beruf noch geringfügig

Wien (AKNÖ) - Mehr als 39.000 Niederösterreicher sind laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger geringfügig beschäftigt. Das sind um fast 13 Prozent mehr als Anfang 2007. Fast jeder zehnte geringfügig Beschäftigte, knapp 3.900, geht diesem Job neben dem regulären Arbeitsverhältnis nach. Und fast 1.000 Niederösterreicher halten sich mit mehreren geringfügigen Jobs über Wasser - in Summe sind das 4.900 Niederösterreicher, die zwei oder mehr Jobs nachgehen müssen. Der Anstieg ist auch ein Hinweis, dass in einigen Branchen die Löhne zu niedrig sind.

Spitzenreiterin ist eine Frau mit neun geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. Was vor wenigen Jahren unvorstellbar war, wird für immer mehr Menschen zur Realität. "McJobs" nennen das Arbeitsmarktexperten. Auch 3.400 Pensionisten arbeiten "nebenbei" geringfügig. Freie Dienstnehmer sind in dieser Statistik nicht enthalten.

Zwtl. Guter Teil des Beschäftigungswachstums durch geringfügige Jobs

Im deutlichen Anstieg der geringfügigen Beschäftigungen sieht AKNÖ-Expertin Claudia Tschernutter einen weiteren langfristigen Trend: "Immer mehr Vollzeitarbeitsplätze werden durch Teilzeit und Geringfügigkeit ersetzt". Leidtragende sind vor allem Frauen, die in beiden Gruppen die Mehrheit der Beschäftigten sind. Auch ein Viertel des Beschäftigungszuwachses zu Jahresbeginn geht auf geringfügige Dienstverhältnisse zurück. Arbeitsmarktexperten sprechen von einer Explosion der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse.

Rechte geringfügig Beschäftigter werden oft umgangen

"Wichtig ist auch, geringfügig Beschäftigte über ihre Rechte aufzuklären", sagt AKNÖ-Präsident Staudinger. Bei dieser Gruppe kommt es zu besonders vielen Verstößen gegen das Arbeitsrecht. Geringfügig Beschäftigte werden etwa im Krankenstand gekündigt, Abfertigungszahlungen werden ihnen ebenso verweigert wie Zuschläge bei Feiertagen. "Geringfügig Beschäftigte dürfen gegenüber Vollzeitbeschäftigten laut Gesetz nicht benachteiligt werden", sagt Staudinger. Ihnen stehen auch ein 13. dnd ein 14. Monatsgehalt zu. Staudinger weist auch darauf hin, dass sich diese Gruppe selbst sozialversichern kann. "Sonst besteht die Gefahr, dass Pensionsbeiträge fehlen", sagt Staudinger. Das betrifft vor allem Frauen.

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