"Wachstum oder Gerechtigkeit?"

Großes Interesse und spannende Diskussionen bei einer Tagung zum Global Marshall Plan

Götzis (VLK) - Bei der Anfang März vom Büro für Zukunftsfragen veranstaltete Tagung "Wachstum oder Gerechtigkeit?" im Bildungshaus St. Arbogast wurden im Dialog zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft konkrete Umsetzungsvorschläge zum Global Marshall Plan erarbeitet.

Dass ein Dialog zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Kräften wirklich stattfand, verdankte die Veranstaltung der guten Mischung der rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Für Bertram Meusburger vom Büro für Zukunftsfragen war der gute Dialog ausschlaggebend für den erfolgreichen Verlauf der Netzwerktagung:
"Die Ziele des Global Marshall Plans sind zu umfassend angelegt, um den Weg dahin einer gesellschaftlichen Kraft allein zu überlassen".

2006 beschloss der Vorarlberger Landtag einstimmig, den Global Marshall Plan zu unterstützen. Das Büro für Zukunftsfragen übernahm Anfang 2007 eine Kommunikationsfunktion zwischen Politik und Verwaltung sowie den Akteuren der Zivilgesellschaft. Ziel war es, den Global Marshall Plan bekannt zu machen, die gesellschaftlichen Kräfte zu bündeln und zu einem effektiven gegenseitigen Austausch anzuregen. Zu diesem Zweck veranstaltete das Büro für Zukunftsfragen 2007 vier Netzwerktreffen mit im Bereich globale Gerechtigkeit tätigen Vorarlberger Akteuren. Die Netzwerkveranstaltung hatte das Ziel, den Kreis zu öffnen und den Prozess weiter zu tragen.

Prominenter Vertreter des Global Marshall Plans

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Impulsreferat von Professor Franz Josef Radermacher
(http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Josef_Radermacher), der in seinem
Vortrag den globalen Aspekt unseres Handelns betonte: "Unsere Welt, die alles in Scheibchen zerlegt, ist am Schluss doch eine Welt." Der Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler leitet das Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung in Ulm, ist Mitglied im Club of Rome und prominenter Vertreter der Global-Marshall-Plan-Initiative. Das Impulsreferat wurde ergänzt durch ein Podiumsgespräch über globale Gerechtigkeit mit Bürgermeister Josef Mathis (Gemeinde Zwischenwasser), Josef Kittinger (Bildungshaus St. Arbogast), Marie-Luise Dietrich (Firma Pfanner) und Johannes Collini (Firma Collini).

Was tun?

Ein Open-Space-Workshop am Nachmittag des ersten Veranstaltungstages zeigte die ganze Bandbreite des Themenkomplexes und unterschiedliche Zugänge zum Thema auf. Im Workshop am zweiten Tag ging es darum, die Ergebnisse zu verdichten und die konkrete Umsetzung zu planen. Vier wesentliche Punkte kristallisierten sich als notwendig erachtete nächste Schritte heraus:
1. Die Idee des Global Marshall Plan soll weiter verbreitet und die Bewusstseinsbildung vorangetrieben werden.
2. Die Umsetzung des Global Marshall Plans kann nur gelingen, wenn alle gesellschaftlichen Kräfte (Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft) an einem Strang ziehen.
3. Bestehende Projekte und Projektvorhaben sollten die Ziele des Global Marshall Plans mitdenken und berücksichtigen.
4. Der bessere Austausch zwischen Nord und Süd auf Augenhöhe darf nicht außer Acht gelassen werden.

Kleine Schritte, große Sprünge

Immer wieder kam bei der Tagung die Sprache auf ein konkretes Beispiel, an dem sich die ganze Komplexität des Themas der globalen Gerechtigkeit zeigt. Es reiche nicht aus, keine mit Kinderarbeit hergestellten Pflastersteine zu kaufen, sondern man müsse auch die Situation dieser Kinder mitdenken, waren die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer überzeugt. Hier brauche es entsprechende Geldmittel, die Kindern eine Ausbildung ermögliche und damit deren Lebensunterhalt nachhaltig sichere. So wichtig diese kleinen Schritte sind, so notwendig ist es, die größeren Zusammenhänge und politischen Dimensionen mitzudenken, lautet ein wesentliches Fazit dieser Tagung.

Nähere Informationen: Bertram Meusburger, Büro für Zukunftsfragen, Amt der Vorarlberger Landesregierung, T 05574/511-20612, E bertram.meusburger@vorarlberg.at, www.vorarlberg.at/zukunft.

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