Neues Volksblatt: "Dammbruch" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 7. März 2008

Linz (OTS) - Dass die strikte Abgrenzung vom
Rechtspopulismus-Lager, auf die Franz Vranitzky die SPÖ noch vergattert hatte, längst in Aufweichung begriffen ist, war spätestens seit Gusenbauers Spargelessen mit Jörg Haider und gegenseitigen Kooperationssignalen zwischen den aktuellen Klubchefs Josef Cap und Heinz-Christian Strache klar. Die jetzige Eskalierungsstrategie der SPÖ, die Neuwahlen heraufbeschwören könnte, gibt dem natürlich neue Nahrung.
Fraglich ist, ob die beiden Parteien nach Neuwahlen tatsächlich eine Koalitionsmehrheit erreichen könnten - insbesondere auch, weil in ihrer Wählerschaft gewisse Austauschprozesse stattfinden. Derzeit verfügen SPÖ und FPÖ gemeinsam über 89 Mandate, also drei zu wenig. Realistischer scheint eine blaue Duldung für eine rote Minderheitsregierung zu sein. In der Milde, mit der Gusenbauer Straches Wehrsport-Eskapaden beurteilt hat, steckt dazu eine klare Vorleistung. Freilich funktioniert auch da die Rechnung nicht ohne die Grünen, die wohl immuner gegen Strache & Co. als die SPÖ sind. Denn deren Damm ist längst gebrochen, wenn es zur Rettung des Kanzlersessels nötig ist - siehe die aktuellen Debatten.

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