Kritik von NÖ-Ärztekammer und Gesundheitsexperten der AKNÖ setzte sich durch

AKNÖ erfreut über Vertagung der Pflegegesetzänderungen: Qualität geht vor Geschwindigkeit

Wien (AKNÖ) - Der Gesetzesentwurf von Gesundheitsministerin Kdolsky, wonach ärztliche Tätigkeiten unter Umgehung der diplomierten Pflegekräfte an nicht-ausgebildete Hausbetreuerinnen übertragen werden sollten, war unausgegoren. Diese von der Niederösterreichischen Ärzte- und Arbeiterkammer gestern in einer gemeinsamen Pressekonferenz vertretene Kritik hat sich als richtig herausgestellt. Alle drei Gesetzesnovellen wurden heute vom Gesundheitsausschuss vertagt.

AKNÖ-Gesundheitsexperte Dr. Bernhard Rupp, MBA: "Die Qualitätssicherung im Interesse der Patienten war nicht in ausreichendem Maße gewährleistet. Es ist gut, dass jetzt für die Parlamentarier mehr Zeit bleibt, um die schwammigen Bestimmungen zu überdenken."
Dr. Josef Sattler hatte bereits gestern für die Ärztekammer Niederösterreich die gleichen Bedenken geäußert. "Die Pflegebedürftigen haben in einem der besten Gesundheitssysteme der Welt ein Recht auf qualitätsvolle Betreuung." Das Übertragen von ärztlichen Handlungen auf unausgebildete Personen ging unter diesem Gesichtspunkt in die falsche Richtung.
Bernhard Rupp: "Es ist zum Beispiel völlig ungeklärt, was passiert, wenn etwas passiert. Wer in seiner Berufsausübung Fehler begeht, ist dafür haftbar. Das ist der entscheidende Unterschied zu pflegerischen Maßnahmen durch Verwandte."

Ständige Aufsicht durch diplomiertes Pflegepersonal notwendig

Bisher durften Betreuerinnen überhaupt nicht legal arbeiten. Die wenigen Wochen seit der Legalisierung sind viel zu kurz, um die hunderten Hausbetreuerinnen in die Pflegekette vom Hausarzt bis zu den mobilen Pflegediensten einzugliedern. Rupp: "Hier fällt man mit der Tür ins Haus. Wichtig wäre, dass diplomierte Pflegepersonen regelmäßig mit den Patienten und den soeben legalisierten Hausbetreuereinnen in Kontakt gebracht werden. Nur so können die richtigen pflegerisch notwendigen Maßnahmen abgesprochen werden."

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