Ärztliche Hausapotheken: Panikmache völlig unbegründet

Hausapotheken von Ärzten können Apotheken nicht ersetzen - Viele neue Apotheken am Land - Filialapotheke in Wilfersdorf geplant

Wien (OTS) - Zur heutigen Pressekonferenz der Ärztekammer für Niederösterreich zum Thema "Patienten in Not" stellt die Österreichische Apothekerkammer folgendes klar: Die Arzneimittelversorgung in Österreich war noch nie so gut und umfassend wie heute. Nie zuvor war das Apothekennetz in Österreich so dicht wie jetzt. In den vergangenen zehn Jahren wurden 120 neue Apotheken eröffnet. Bundesweit versorgen bereits 1.220 öffentliche Apotheken die Bevölkerung mit Arzneimitteln.

Namhafte hochrangige Ärztevertreter verunsichern die Bevölkerung und fordern gesetzlichen Handlungsbedarf, um eigene finanzielle Interessen zu wahren. Angeblich würde sich in einigen Gemeinden in Österreich die Arzneimittelversorgung verschlechtern, weil Ärzte ihre Hausapotheken nicht weiterführen dürfen. Die Wahrheit ist vielmehr, dass Ärzte in ihren Hausapotheken einen lukrativen Zusatzverdienst sehen. Auf polemische Art und Weise führen sie vermeintliche Patienteninteressen für den Erhalt dieses Zusatzeinkommens ins Treffen.

"Die Panikmache der Ärztevertreter ist untragbar. Kein einziger älterer oder gebrechlicher Mensch in Österreich muss um seine benötigten Medikamente fürchten. Dafür sorgen wir Apothekerinnen und Apotheker", so Mag.pharm. Heinrich Burggasser, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.

Filialapotheke für Wilfersdorf

Am Land bieten bereits viele Apotheken für nicht mobile und bettlägerige Patienten Zustelldienste an. In der Niederösterreichischen Gemeinde Wilfersdorf, wo heute die Ärztevertreter ihre Pressekonferenz abgehalten haben, ist die Bevölkerung auf den hausapothekenführenden Arzt Dr. Wolfgang Geppert angewiesen. Laut Homepage der NÖ Ärztekammer hält Dr. Geppert seine Ordination magere 18 Wochenstunden offen. Außerhalb dieser Zeit versorgen heute bereits drei Apotheken im vier Kilometer entfernten Mistelbach die Bevölkerung mit Arzneimitteln. Eine dieser drei Apotheken hat jede Nacht Bereitschaftsdienst. "Mit 18 Wochenstunden kann keine Arzneimittelversorgung gesichert werden. Die Wilfersdorfer wissen, dass sie jeden Nachmittag und jede Nacht zu uns in die Apotheke kommen können", betont Mag.pharm. Klaus Dundalek, Apotheker aus Mistelbach, "Wir überlegen in Wilfersdorf eine Filialapotheke zu eröffnen, aber das ist erst möglich, wenn Dr. Geppert in Pension geht." An den Wochenenden teilt sich Dr. Geppert mit vier Mistelbacher Ärzten den Bereitschaftsdienst. Nur jedes fünfte Wochenende erfolgt somit eine ärztliche Versorgung in Wilfersdorf. An allen anderen vier Wochenenden fahren die Wilfersdorfer bereits jetzt zu den diensthabenden Ärzten nach Mistelbach und holen sich in den Apotheken vor Ort ihre Medikamente, weil die ansässige hausapothekenführende Ordination keinen Dienst anbietet.

Aktuelle Gesetzeslage

Ist eine öffentliche Apotheke aus wirtschaftlichen Gründen nicht überlebensfähig, kann der Kassenarzt vor Ort eine Hausapotheke führen. Die zwischen Ärzte- und Apothekerkammer neu verhandelte Arzneimittelgesetz-Novelle aus dem Jahr 2006 besagt, dass ärztliche Hausapotheken, die weniger als sechs Kilometer von der nächsten öffentlichen Apotheke entfernt sind, mit der Pensionierung des Arztes auslaufen. Stattdessen wird die Arzneimittelversorgung von einer öffentlichen Apotheke oder einer Filialapotheke übernommen. Im Bedarfsfall stellen die Apotheken die benötigten Medikamente direkt ans Krankenbett zu.

Der Wegfall einer ärztlichen Hausapotheke ist kein Grund zur Landflucht von Ärzten. "Seit 2006 ist keine einzige Hausapotheke aus diesem Grund geschlossen worden", so Burggasser. Die Panikmache diverser Ärztevertreter ist demnach völlig unbegründet.

Bessere Arzneimittelversorgung durch Apotheken

Überall dort, wo eine Apotheke in den vergangenen Jahren eröffnet hat, hat sich die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung deutlich verbessert. Jede Apothekeneröffnung stellt einen großen Gewinn für eine Gemeinde dar. Vor allem die kundenfreundlichen Öffnungszeiten, die fachliche Beratung und die Produktvielfalt in der Apotheke werden im Vergleich zu einer kleinen ärztlichen Hausapotheke sehr geschätzt.

Einer Umfrage des renommierten Marktforschungsinstituts OGM zufolge ist es für 91 Prozent der österreichischen Bevölkerung wichtig, eine Apotheke in der Gemeinde zu haben. Mehr als Dreiviertel der Befragten, konkret 76 Prozent, schätzen die Produktvielfalt in der Apotheke und 77 Prozent sind von den großzügigen Öffnungszeiten in der Apotheke angetan.

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