WKÖ-Hochhauser begrüßt Marek-Initiative für Frauenförderung in Betrieben

Ja zu mehr Frauen in der Chefetage, aber auf freiwilliger Basis - Frauen müssen raus aus Opferrolle

Wien (PWK165) - Die von Staatssekretärin Christine Marek angekündigte Prämierung von Unternehmen, die sich bei der Förderung von Frauen besonders ins Zeug legen, wird von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) voll unterstützt. "Diese gemeinsame Initiative von Wirtschaftsministerium und Austria Wirtschaftsservice ist ein wichtiger Schritt zur Bewusstseinsbildung und eine Ermutigung für Unternehmen, noch mehr für die Förderung von Frauen zu tun", sagt WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser.

Die WKÖ setze sich "mit aller Vehemenz" für das Ziel ein, Familie und Beruf besser vereinbar zu machen, unterstreicht Hochhauser. Zum einen gehe es um entsprechende Bewusstseinsbildung bei Unternehmen, etwa durch Initiativen wie die jetzige von Staatssekretärin Marek oder der seit 1989 durchgeführte Bundeswettbewerb "Frauen- und familienfreundlichster Betrieb", der von der WKÖ unterstützt wird. Die Bemühungen der Unternehmen können letztlich jedoch nur dann von Erfolg gekrönt, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. "Dazu gehört ganz besonders - wie ich immer wieder betone - die Ausweitung der Kinderbetreuungsinfrastruktur, und zwar in ganz Österreich und auch in Tages-Randzeiten", so Hochhauser. Zudem sei die steuerliche Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten nötig.

Im Hinblick auf die kursierende Debatte über eine allfällige Frauenquote in Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen warnt Hochhauser davor, das Kind mit dem Bade auszuschütten. "Ich wünsche mir - natürlich - mehr Frauen in den Chefetagen. Mit Zwang ist aber niemandem gedient - den Unternehmen nicht und den Frauen schon gar nicht. Frauen brauchen keine einseitige Bevorzugung. Sie müssen vielmehr raus aus der Opferrolle. Und sie haben das Recht, auf Basis ihrer Fähigkeiten beurteilt zu werden, statt sich andauernd mit dem Stigma ‚Quotenfrau’ herumschlagen zu müssen."

Statt Zwangsquoten sei eine allfällige Erwähnung dieser Thematik in freiwilligen Selbstregulierungsinitiativen sinnvoll. "Zunächst gilt es, den börsennotierten Unternehmen zuzuhören. Auch im Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance wird diese Frage derzeit diskutiert. Das halte ich für richtig und wichtig." Das Ergebnis dieser Gespräche sei abzuwarten, bevor weitere Schritte gesetzt werden.

"Fix ist: Bei der Frage, wie mehr Frauen in Aufsichtsratspositionen gebracht werden können, müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Da gibt es auch Handlungsbedarf bei der Anzahl der Arbeitnehmervertreterinnen in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen", so Hochhauser abschließend. (SR)

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