Wlodkowski: Hohe Energie- und Arbeitskosten sind Preistreiber

Auch Kosten für bäuerliche Betriebsmittel wie Futtermittel gestiegen

Wien (OTS) - In der Lebensmittelpreis-Debatte werden sich Österreichs Bauern auch weiterhin gegen pauschale Schuldzuweisungen zur Wehr setzen und eine faire Darstellung der Ursachen der Preiserhöhungen einfordern. "Tatsache ist, dass die Arbeits- und Energiekosten im letzten Jahr stark gestiegen sind und diese im Gegensatz zu den agrarischen Rohstoffen einen ungleich höheren Einfluss auf die Lebensmittelpreise haben. Die agrarischen Rohstoffkosten fallen beim Großteil der Lebensmittel sehr gering aus. Daher sind in den vergangenen Jahren selbst bei sinkenden beziehungsweise stagnierenden Erzeugerpreisen die Lebensmittelpreise gestiegen. Seit 1995 sind die Konsumententenpreise im Schnitt um rund 22% gestiegen, während sich die Erzeugerpreise für die Bauern nur um knapp 3% erhöht haben", forderte Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, faire und kostendeckende Erzeugerpreise für die bäuerlichen Lieferanten.

Preissteigerungen bei agrarischen Rohstoffen seien längst notwendig gewesen, um die Schere zwischen dem agrarischem Erzeugerpreis und dem Konsumentenpreis, die in den letzten zehn bis 15 Jahren zulasten der bäuerlichen Familienbetriebe immer größer geworden sei, wieder mehr zu schließen. "Es muss für alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette ein Anliegen sein, die Transparenz bei den Verbraucherpreis-Erhöhungen noch wesentlich zu verbessern und einseitige Schuldzuweisungen zu unterlassen. Schließlich müssen in der Debatte um Preissteigerungen künftig mehr denn je die Fakten im Vordergrund bleiben", unterstrich der LK Österreich-Präsident.

Vom Preis, den der Verbraucher für eine Bäckersemmel bezahlt, gehen nur 3% für den Rohstoff Weizen an den Bauern, während beispielsweise 10% auf Transport und Logistik fallen, weitere 10% sind Steuern.

2007 betrug die durchschnittliche Preissteigerung 2,2%, wobei die Ausgabengruppen Strom mit 9,3%, Gas mit 8,3% und Wohnungsinstandhaltung mit 6,6% die Hauptursachen für Preissteigerungen waren, während Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sich dagegen nur um 4,1% verteuert haben.

"Das ist zwar immer noch mehr als der Durchschnitt, aber im langfristigen Trend betrugen die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln 38%, während der Gesamtindex seit 1986 um 57% und der Bereich Wohnung, Wasser und Energie um 87% gestiegen ist. Dies zeigt, dass in der Debatte um Verbraucherpreise auch verstärkt das Bewusstsein für hochwertige Ernährung aus heimischer Produktion und dessen Mehrwert für Mensch, Gesundheit und Umwelt zu kommunizieren ist", betonte Wlodkowski.
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