Sicheres Arbeiten im Forst: AUVA Empfehlungen für unfallfreies Aufarbeiten von Schadholz

Wien (OTS) - Stürmische Zeiten für die Forstwirtschaft: "Paula" und "Emma" haben in den vergangenen Wochen gewaltige Schäden in den österreichischen Forsten verursacht. Zigtausend Hektar Waldflächen und hunderttausende Festmeter Holz wurden innerhalb weniger Stunden vernichtet. Um den zusätzlichen wirtschaftlichen Schaden durch Pilzbefall und Borkenkäfer so klein wie möglich zu halten, ist es notwendig, die enormen angefallenen Schadholzmengen so rasch als möglich aus dem Wald zu schaffen und aufzuarbeiten. Die Aufarbeitung von Sturmschäden gehört in die Hände von Profis; sie ist zu gefährlich für forstliche Laien.

Mit Hilfe moderner Forstmaschinen (zum Beispiel Harvester) können große Flächen mit verspannten und verkeilten Bäumen gefahrlos professionell aufgearbeitet werden. Das Gelände setzt dem Einsatz moderner und sicherer Arbeitsverfahren allerdings oft Grenzen. Im Steilgelände oder im kleinbäuerlichen Betrieb sind Muskelkraft des Menschen und die Motorsäge durch nichts zu ersetzen, um das Schadholz aus dem Wald zu schaffen. Dabei werden immer wieder grundsätzliche Sicherheitsmaßnahmen außer Acht gelassen. Es passieren immer wieder Arbeitsunfälle mit schweren Verletzungen oder mit tödlichem Ausgang.

Der AUVA Unfallverhütungsdienst rät zu folgenden Sicherheitsmaßnahmen, um das Risiko einen Arbeitsunfall zu verringern:

  • Verwenden bester persönlicher Schutzausrüstung (PSA),
  • Mit größtmöglicher Vorsicht und Umsicht arbeiten,
  • Eine qualifizierte Schulung oder Ausbildung in einer forstlichen Ausbildungsstätte mit Schwerpunkt Schadholzaufarbeitung absolvieren
  • Einsatz technischer Geräte - so weit als möglich - zum Entzerren verspannter und/oder kreuz und quer liegender Bäume,
  • Nur bestens gewartetes technisches Gerät verwenden,
  • Wenn möglich, nicht alleine arbeiten
  • Bei Alleinarbeit, Kontrolle durch Dritte organisieren oder Einsatz technischer Hilfe.

Forstarbeiter leben mit einer Rate von rund 92 Unfällen auf 1.000 Beschäftigte mit der dritthöchsten Verletzungsgefahr. Ein hoher Prozentsatz der Verletzungen kann durch das Tragen eines Schutzhelmes mit Gesichts- und Gehörschutz, Schutzhandschuhen, der Schnittschutzhose sowie Sicherheitsschuhen verhindert werden. Während im Österreich-Durchschnitt 1,07 Prozent der Unfälle in der Land- und Forstwirtschaft tödlich verlaufen, sind es in Niederösterreich nur 0,34 Prozent.

Neben ungeeignetem persönlichen Schutz führen unzureichende Erfahrung oder falsche Einschätzung der vorherrschenden Situation, zum Beispiel Kippen des Wurzeltellers, Beurteilung der Spannungsverhältnisse, Abrollen am Hang zu einem Arbeitsunfall, Überschätzung des eigenen Könnens und Wissens, falsche Arbeitstechnik, schlecht gewartete oder instandgesetzte Geräte und Alleinarbeit immer wieder zu Forstunfällen.

Die AUVA Landesstelle Wien ist für die Verhütung von Arbeitsunfällen in Wien, Niederösterreich und Burgenland zuständig. Der Unfallverhütungsdienst der AUVA betreut jene Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft, die Arbeitnehmer beschäftigen; es sind rund 27.000 unselbständig Erwerbstätige bei der AUVA versichert.

Zu den wesentlichen Aufgaben zählen:

  • Beratung über sicherheitstechnisch korrektes Arbeiten,
  • Beratung über persönliche Schutzausrüstung,
  • Schulung im sicheren Gebrauch der Motorsäge,
  • Schulung im Bereich Grünraumpflege in sozialen Projekten,
  • Vorträge über Themen der Arbeitnehmerschutzes
  • Sicherheitstechnische Beratung nach dem Ankauf von neuen Maschinen oder nach der Erweiterung bestehender Anlagen,
  • Durchführung von Unfallerhebungen und vieles anderes mehr.

Für den Fachbereich der Land- und Forstwirtschaft ist Dipl.-Ing. Mirko Jelinic ist unter der Telefonnummer (01) 33133-255 und der E-Mail-Adresse mirko.jelinic@auva.at zu erreichen. Die AUVA Landesstelle Wien finden Sie im Internet unter www.auva.at/wien .

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