Brauner: IKT ist Stärkefeld der innovativen Wiener Wirtschaft

Aktuelle Studie bestätigt - IKT Branche ist wichtiges Stärkefeld und Standort Wien ist auch international gut unterwegs

Wien (OTS) - 64.000 Beschäftigte, 5.300 Unternehmen, 20 Milliarden Euro Umsatz: Von Sicherheitstechnologien über Open Source bis hin zu Mobilfunksoftware - sowohl im Produktions- als auch im Dienstleistungsbereich ist der Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Wien nicht mehr wegzudenken. Die Bedeutung der IKT-Branche für den Wirtschaftsstandort Wien bestätigt jetzt auch eine aktuelle Studie "IKT Standort Wien im Vergleich" von KMU Forschung Austria und Fraunhofer ISI. "Die Informations- und Kommunikationstechnologien sind unbestritten ein wichtiges und zukunftsorientiertes Stärkefeld der Wiener Wirtschaft", sagt Finanz-und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner, "Unser gemeinsames Ziel ist es den IKT-Standort Wien auszubauen und auch international auf die Überholspur zu bringen." Als dafür zentrale Maßnahmen, die bereits umgesetzt werden, nennt Brauner:
Einen intensiveren Wissensaustausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, die breite öffentliche Unterstützung durch Förderungen, öffentliche Beschaffung und innovative Inhalte wie etwa e-government sowie die gemeinsamen Anstrengungen mit dem Bund im Bereich Aus- und Weiterbildung.

IKT ist Top-Stärkefeld der innovativen Wiener Wirtschaft
Mit fast 20 Milliarden Euro erwirtschaften Wiener IKT Unternehmen nahezu 70 Prozent des in ganz Österreich von IKT Unternehmen erwirtschafteten Umsatzes. Wien ist damit der bei weitem größte IKT Standort Österreichs. Rund 5.300 Wiener Betriebe, mit 64.000 Beschäftigten, können dem IKT Sektor zugerechnet werden. Die Bruttowertschöpfung beträgt sieben Milliarden Euro. Im Vergleich:
Acht Prozent der Wiener Unternehmen sind im IKT Bereich, zehn Prozent der Wiener Beschäftigten und 15 Prozent der Wiener Wertschöpfung sind dort zu finden. Zum Vergleich: Die Zahl der Beschäftigten ist damit um 50 Prozent höher als im Tourismus, die Wertschöpfung im IKT-Bereich ist sogar sieben Mal so hoch wie im Tourismus. Gekennzeichnet ist der IKT Sektor durch einen hohen Anteil an Kleinunternehmen und Einzelpersonenunternehmen. Es gab in den vergangenen Jahren eine Verschiebung weg von der IKT Sachgüterproduktion hin zur IKT Dienstleistung - heute sind 96 Prozent der Unternehmen den IKT Dienstleistungsbranchen zuzurechnen.

Unternehmen schätzen Standort Wien

Informations- und Kommunikationstechnologien sind eindeutig eines der wirtschaftlichen Wiener Stärkefelder. Im europäischen Wettbewerb muss sich der IKT Standort Wien immer wieder aufs Neue bewähren. Die hohe Gründungsdynamik und die große Zufriedenheit mit dem Standort - 70 Prozent der Betriebe sehen "den Standort als begünstigend für ihre Geschäftstätigkeit" an - lassen hier auch für die Zukunft Wachstumspotenzial und einen weiteren Ausbau des Stärkefeldes erwarten.

Erfolgreiche IKT Unternehmen in Wien

Die Firma Ikarus Security Software wurde 1986 gegründet und ist einer der ersten Antivirenhersteller weltweit gewesen. Zwei Drittel der 500 größten österreichischen Unternehmen sind Kunden von Ikarus. 1992 hat Ikarus eine Virenbeschreibungssprache veröffentlicht, die heute den Standard der internationalen Virenbekämpfung darstellt.

Die ganz junge Firma proclos (gegründet im Herbst 2006) bietet strategisches Datenmanagement an. Da es Firmenphilosophie ist, dass der Kunde nicht für teure Software, sondern für das Service der individuellen Maßschneiderei zahlen soll, bietet proclos hoch innovative Infrastruktur- und Serviceleistungen mit Open Source Software an.

Die Firma SYMENA Software & Consulting etwa stellt Software für Mobilfunknetze mit hoher Forschungs- und Produktentwicklungstätigkeit dar. Diese Produkte werden meist übers Internet vertrieben - der Standort ist für den Vertrieb von untergeordneter Bedeutung. Dennoch schätzt SYMENA den Standort Wien, weil die gute Verkehrsanbindung einen raschen Kunden- und Partnerkontakt ermöglicht, vor allem, aber weil exzellentes Know-How vorhanden ist und weil auch öffentliche Unterstützungsmaßnahmen einen wichtigen Beitrag leisten. Die Ausbildungssituation in Wien wird gut eingeschätzt, um aber auch in Zukunft die gut ausgebildeten Arbeitskräfte hier halten zu können, sollte der Standort Wien im IKT-Bereich weiter gestärkt werden (so SYNEMA in der Unternehmensbefragung).

Auch die Firma SAP, der deutsche Unternehmenssoftwareproduzent, hat 1986 als erste Auslandsniederlassung Wien gewählt. Inzwischen beschäftigt SAP in Österreich fast 500 MitarbeiterInnen. SAP nennt die geographische Position Wien (Drehscheibe zum Osten) und vor allem die gut ausgebildeten Arbeitskräfte als entscheidende Faktoren.

IKT Standort Wien international sehr gut unterwegs

Wie die Beispiele bereits zeigen, muss Wien den internationalen Vergleich nicht scheuen. Dies bestätigt auch die Studie: In München mit etwa ähnlichen Standorteigenschaften sind fünf Prozent der Unternehmen und acht Prozent der Beschäftigten im IKT-Bereich - die Wiener Anteile sind bereits heute höher. London gilt als der größte IKT-Standort Europas, im Verhältnis zur Einwohnerzahl (7,4 Millionen) sind aber auch hier nicht mehr Beschäftigte (166.000, das heißt jeder 44.) im IKT-Bereich als in Wien (jeder 31. Einwohner). Wien hat daher ein international gutes Standing - dieses kann noch ausgebaut werden, wenn man Erfolgsfaktoren der internationalen Vergleichsbeispiele auch hier stärker nützt: München beispielsweise macht sehr aktives Clustermanagement und vernetzt IKT mit anderen Branchen wie den Medien, in London ist die Wettbewerbs- und Innovationsstrategie seitens der Stadtverwaltung speziell für den IKT-Sektor hervorzuheben, Helsinki besticht durch Ausbildung und Innovationsoffenheit der Gesellschaft.

Damit das Wirtschaftsfeld IKT aber nachhaltig als Stärkefeld weiterentwickelt werden kann, braucht es den Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft. Ein großer Pluspunkt: Es gibt derzeit ausreichend qualifizierte Fachkräfte - ein ganz wichtiger Faktor dafür, dass sich Wien als Headquarterstandort für IKT Betriebe entwickeln konnte, die den osteuropäischen Markt bedienen. Wichtig wird es hier sein, weiterhin auf gute und umfassende Ausbildung zu setzen, damit in den kommenden Jahren dieser Standortvorteil gehalten und ausgebaut werden kann.

Kompetenzzentren bringen Wirtschaft und Wissenschaft zusammen

Einen der wichtigsten Beiträge zum Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft stellen die Kompetenzzentren dar. Kompetenzzentren sind langfristige Forschungsverbünde zwischen mehreren Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Ziel ist es, Forschungskapazitäten am Standort auszuweiten. Vor allem geht es aber um den Grundsatz, dass gemeinsame, zielgerichtete Forschung einen hohen Mehrwert hat. Die Zentren mit gebündelter technologischer Kompetenz sollen international sichtbar sein. In aller Regel erfolgt die Finanzierung etwa zur Hälfte von privaten Firmen, der Rest teilt sich auf zwischen Bund, Land und Forschungsinstitutionen. In Wien gibt es derzeit 13 derartige Kompetenzzentren - dort arbeiten insgesamt 25 Forschungsinstitutionen mit rund 90 Unternehmen zusammen. Einen ganz klaren Schwerpunkt gibt es bei den Informations- und Kommunikationstechnologien - fünf der Wiener Kompetenzzentren sind in diesem Bereich tätig. Das größte davon ist das Forschungszentrum Telekommunikation Wien, (ftw.).

"ftw." - Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft unter einem Dach

Das Forschungszentrum Telekommunikation Wien, ftw., wurde 1999 im Rahmen des Förderprogramms Kplus gegründet und seitdem als Zentrum im IKT-Bereich kontinuierlich ausgebaut. Das Zentrum vereinigt Knowhow aus verschiedenen Teilbereichen der IKT. Am ftw. arbeiten 65 ForscherInnen mit derzeit 20 wissenschaftlichen und industriellen Partnern zusammen - etwa TU Wien, TU Graz, Joanneum Research, Alcatel-Lucent, ASFiNAG, Infineon, Kapsch, mobilkom austria oder Telekom Austria. "Das ftw. hat sich in den vergangenen Jahren einen ausgezeichneten Namen in der internationalen Telekom-Forschung gemacht." sagt Markus Kommenda, Geschäftsführer des ftw. "Jetzt erweitern wir unser Themenspektrum und schlagen gleichzeitig die Brücke zu neuen Anwendungsfeldern der IKT, wie z.B. im Verkehrswesen."

Aktuelle Forschungsprojekte sind u.a.:

o Point-to-Discover (p2d): Das Mobiltelefon wird zum interaktiven Zeigestab: In der Wiener Innenstadt werden mobile Benutzer zu den besten Restaurants, Cafés und Bars geführt. o Kommunikation unter Fahrzeugen (COCOMINT): Neue Sender und Empfänger für die Kommunikation zwischen Fahrzeugen sollen Fahrer rechtzeitig mit Informationen über schwierige Straßen- und Verkehrsverhältnisse beliefern. o Mobiles interaktives Fernsehen (AMUSE 2.0): Über eine mobile interaktive TV Applikation sollen sich Zuseher, trotz räumlicher Trennung, miteinander über das gezeigte Fernsehprogramm unterhalten können.

VITE- Wiener Netzwerk in der Informations- und Telekommunikationsbranche

Das Wiener IKT-Netzwerk Vienna IT Enterprises (VITE) verbindet Unternehmen, Forschungs-, Entwicklungs- und Bildungseinrichtungen zu leistungsfähigen
Kooperationen und stellt seinen Mitgliedern ein umfangreiches Service zur Verfügung. Dadurch sollen innovative Projekte initiiert, Kompetenzen vernetzt sowie die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Die Mehrheit der VITE-Partnerunternehmen sind KMU, aber auch Global Player wie Microsoft und Seibersdorf Research sind vertreten. VITE hat bereits die ersten Maßnahmen ergriffen, um grenzüberschreitende Kooperationen am IKT-Sektor zu unterstützen. Der Schwerpunkt liegt dabei in der "Centrope Region", also benachbarten Regionen in Tschechien, der Slowakei und Ungarn.

Grenzüberschreitendes Centrope IKT-Netzwerk

Das Projekt CITT ("Centrope ICT Technology Transfer") hat sich zum Ziel gesetzt, Ansätze und Modelle für die Optimierung des Technologietransfers zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Centrope zu entwickeln. Um eine dynamische Entwicklung der Region zu fördern, werden auch Modelle für die Optimierung des Technologietransfers zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen erarbeitet. Die Erfahrungen in der Region Centrope haben gezeigt, dass eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit nicht nur ein idealer Motor für die Entwicklung der Region an sich ist, sondern auch deren Position im globalen Wettbewerb stärken kann. Daher ist der Aufbau solcher Netzwerke von hoher Bedeutung. Das Projekt CITT wird im Rahmen des EU Programms "Wissensorientierte Regionen" im 7. Rahmenforschungsprogramm kofinanziert und vom Wiener Wirtschaftsförderungsfonds bzw. VITE geleitet. (Schluss) ko

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Christina Philippi
Öffentlichkeitsarbeit
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Donau-City-Straße 1, 1220 Wien
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Fax: 01/505 28 30 - 99
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Mag. a Cécile-Veronique Kochwalter
Mediensprecherin Vizebürgermeisterin Mag. a Renate Brauner
Tel: 01/4000-81 219
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Mag. Christian Spitaler MAS
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