Filmarchiv: "Kampfzone Kino"-Filmschau zur Zwischenkriegszeit

Oft diskutierte Filme im Gedenkjahr 2008

Wien (OTS) - Mit fünf verschiedenen Themenschwerpunkten widmet
sich das Filmarchiv Austria ab kommendem Freitag der Zeit zwischen 1918 und 1938. Die Schau gibt einen Einblick auf die Zeit zwischen der Gründung der Ersten Republik bis zum Anschluss, in der das Kino zum Spielfeld politisch-ideologischer Auseinandersetzungen wurde und sich damit zur regelrechten "Kampfzone" entwickelte. Wenig bekanntes Bildmaterial der Ostmark-Wochenschau zeigt das Film Archiv von 7. bis 9. März. Weitere Programmschienen wie "Kinoschock" (mit historischen Einführung) und "Filmhimmel Österreich 080-083" komplettieren das Programm. Unter dem Titel "Zeit Zone ’38" findet am 10. und 11. März ein Symposium statt.

Einige Programmpunkte im Überblick

Im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung rund um die Remarque-Verfilmung "Im Westen nichts Neues" wird deutlich, wie sehr Filme in der Lage waren, die österreichische Öffentlichkeit der Zwischenkriegszeit zu spalten. In gewisser Weise kann das Kino aber zwischen 1918 und 1938 durchgängig als "Kampfzone" von österreichischen politischen Kräften gesehen werden. Diesen Aspekt zeigt das Metro Kino (1., Johannesgasse 4) anhand zahlreicher Filmbeispiele: Neben bekannten Filmen wie etwa "Die Stadt ohne Juden" (26.3., 20.00 Uhr) und "Jud Süß" (31.3., 20:30 Uhr) werden u.a. auch Filme wie "Sonnenstrahl" (13.3., 18:00 Uhr) und "Westfront 1918" (23.3., 16:00 Uhr) gezeigt.

Ein bis dato unter Verschluss gehaltenes Propagandamaterial der NS-Zeit, die Ostmark-Wochenschau, läuft von 7. März bis 9. März jeweils um 16.00, 17.30 und um 19.00 Uhr. Eine Mischung aus ideologieträchtigen NS-Beiträgen und idyllischen österreichischen Landschafts- und Kulturbildern lässt die kurze "Übergangszeit" vom März bis zum August 1938 in einem neuen Licht erscheinen. Passend dzu bringt das Filmarchiv eine 180minütige DVD unter dem Titel "1938. Kommentierte Filmdokumente zum Anschlussjahr" heraus (Preis: 19,99 Euro).

Die Filmdokumente der Ostmark-Wochenschau sind auch Anlass zum zweitägigen Symposium "Zeit Zone ’38" (10. und 11.3.) im Metro Kino. In Vorträgen, Filmvorführungen und einer Abschlussdiskussion werden (film)historische Abschnitte seit Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Beginn des Zweiten kritisch beleuchtet. Die Veranstaltung beginnt jeweils um 10.00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Passend zum März-Schwerpunkt bringt das Filmarchiv begleitende Publikationen heraus: "Die Ostmark-Wochenschau. Ein Propagandamedium des Nationalsozialismus" von Hrovje Miloslavic (280 Seiten, Preis:
19,90 Euro) und "Kampfzone Kino. Film in Österreich 1918-1938" (424 Seiten, Preis: 24,90 Euro).

Nähere Infos auch im Internet unter www.filmarchiv.at oder unter der Tel.: 512 18 03 (Metro Kino).
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