ASFINAG: A 14 Rheintal Autobahn / Vollausbau Pfändertunnel: Start für konventionellen Sprengvortrieb

Geplanter Beginn Maschinenvortrieb: Oktober 2008

Wien (OTS) - Im Oktober 2007 begannen die ersten
bauvorbereitenden Arbeiten für die Errichtung der zweiten Röhre des Pfändertunnels. Nunmehr starten die Vortriebsarbeiten (konventioneller Sprengvortrieb) im Bereich des Nordportals, da dieser Platz später für das Einfahren der Tunnelvortriebsmaschine benötigt wird. Denn erstmals bei einem langen Straßentunnel in Österreich wird die Hauptröhre des Pfändertunnels mittels Maschinenvortrieb ausgebrochen. Verkehrsminister Werner Faymann besuchte gemeinsam mit Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber, Landesrat Manfred Rein und ASFINAG Vorstandsdirektor Alois Schedl die Baustelle bei Lochau. Knapp 192 Mio. Euro werden in die sicherheitstechnische Ertüchtigung des Pfändertunnels investiert. Die Gesamtfertigstellung ist für Sommer 2013 geplant.

Millioneninvestition zur Erhöhung der Verkehrssicherheit

Die seit 1980 unter Verkehr stehende Pfändertunnel-Oströhre ist nicht nur in die Jahre gekommen. Mit einem durchschnittlichen Verkehr von rd. 23.000 Kfz / 24 h ist der derzeit einröhrig befahrbare Pfändertunnel außerdem an der Kapazitätsgrenze angelangt. Ein Vollausbau ist daher unabdingbar, so Verkehrsminister Werner Faymann:
"Der Pfändertunnel ist die einzige hochrangige Umfahrung des Raumes Bregenz und als solche sowohl verkehrs- als auch wirtschaftspolitisch von enormer Bedeutung. Bereits jetzt ist dieser Tunnel an reiseintensiven Wochenenden überlastet - kilometerlange Staus vor den Tunnelportalen sind die Folge. Umso wichtiger ist es, dieses Nadelöhr zu ertüchtigen und zu einem modernen, zweiröhrigen Tunnelsystem auszubauen. Wir leisten damit einen weiteren, wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit."

Auch für Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber ist der Vollausbau des Pfändertunnels von großer Bedeutung: "Moderne Infrastruktur mit einem hohen Standard an Sicherheit für die Menschen bildet einen der Schwerpunkte der Verkehrspolitik Vorarlbergs. Die A 14 Rheintal Autobahn als wichtigste Nord-Süd-Verbindung im Rheintal wird mit der Ertüchtigung des Pfändertunnels noch sicherer."

Landsrat Manfred Rein betont einmal mehr auch die regionale Bedeutung der Errichtung der 2. Pfändertunnelröhre: " Bei Unfällen oder Wartungsarbeiten im Tunnel muss der gesamte Verkehr durch die Stadt Bregenz umgeleitet werden. Dadurch kommt es oft zu kilometerlangen Staus und damit verbunden großem Zeitverlust für die Kraftfahrer einerseits, andererseits ist dies eine unzumutbare Belastung für die Anrainer. Dies soll spätestens im Sommer 2013, wenn der Tunnel im Vollbetrieb geführt wird, der Vergangenheit angehören."

Ausbruch mittels Tunnelvortriebsmaschine

Die Pfändertunnel-Weströhre wird nicht im meist üblichen Sprengvortrieb, sondern mittels Tunnelvortriebsmaschine ausgebrochen - ein Novum, wie ASFINAG Vorstandsdirektor Alois Schedl betont. "Bei der Errichtung dieser zweiten Pfändertunnelröhre setzen wir erstmals bei einem langen Straßentunnel in Österreich eine Tunnelvortriebsmaschine ein. Das erfordert zwar umfangreichere Vorarbeiten als beim konventionellen Sprengvortrieb, erhöht jedoch die Vortriebsleistung. Wir erwarten uns hier bei der Pfändertunnel-Weströhre eine Tagesleistung von durchschnittlich 20 Metern. Damit wäre die rd. 6,6 km lange Vortriebsstrecke in rd. elf Monaten geschafft."

Diese "heiße Phase" des Maschinenvortriebs soll in gut einem halben Jahr im Oktober beginnen. Denn allein das Installieren der insgesamt 180 m langen und 2000 Tonnen schweren Tunnelvortriebsmaschine wird etwa drei Monate in Anspruch nehmen, weitere rd. eineinhalb Monate die Arbeiten bis zur Betriebsbereitschaft. Zuvor jedoch muss das Nordportal mittels konventionellem Sprengvortrieb aufgeweitet werden. Auch die Herstellung der Querschläge, Abstellnischen und Anbindung an die Lüftungsschächte der Bestandsröhre erfolgt auf diese Weise. Wenn ab Herbst dieses Jahres die Baustelle voll in Betrieb geht, werden rd. 200 Arbeiter auf der dann größten Tunnelbaustelle Vorarlbergs tätig sein.

Der Vortrieb mittels Maschine soll im Sommer 2009 abgeschlossen sein. Im Anschluss daran erfolgen das Betonieren der Innenschale, die Herstellung von Nischen, Galeriebauwerken, Betriebsgebäude Nord sowie der Gewässerschutzanlagen Nord und Süd. Ab Sommer 2011 soll schließlich mit der Installation der elektromaschinellen Sicherheitseinrichtungen begonnen werden.

Größtmöglicher Anrainerschutz

Der Bau jeglicher Infrastrukturträger bringt für die Anrainer so manche Unannehmlichkeiten mit sich. Trotzdem ist die ASFINAG bemüht, diese so gering wie möglich zu halten. So werden Erdwälle aufgeschüttet und Schallschutzwände errichtet, um den Lärm, der auf der Baustelle entsteht, aufzufangen. Auch auf ein großes Betonwerk am Portal wird verzichtet. Die Fertigteile für die Außenschale, welche von der Bohrmaschine eingebaut werden, werden extern hergestellt und über die Autobahn angeliefert. Auch das Ausbruchmaterial wird über die A 14 abtransportiert werden, ausgenommen davon sind Nachtstunden und Wochenenden.

Geplante Inbetriebnahme 2. Röhre Pfändertunnel: Sommer 2012 Anschließend Generalsanierung Bestandsröhre
Geplanter Vollbetrieb im Richtungsverkehr: Sommer 2013

Gesamtkosten: netto knapp 192 Mio. Euro

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