Internationaler Frauentag: Volkshilfe "Frauen stärken - ökonomisch, politisch und sozial!"

Wien (OTS) - "Der 8. März ist leider noch immer kein Tag der Freude, kein Festtag." stellt Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer anlässlich des Internationalen Tages der Frauen fest: "Weltweit leisten Frauen zwei Drittel der produktiven und reproduktiven Arbeit, die Hälfte davon völlig unbezahlt. Lediglich ein Zehntel des weltweiten Einkommens erhalten Frauen, gar nur ein Hundertstel des Besitzes gehört Frauen."

Die Volkshilfe möchte daher diesen Gedenktag nutzen, um insbesondere auf die Lage der Frauen in den Armutsregion aufmerksam zu machen, da weltweit zwei Drittel der Armen weiblich sind. "Diese Schieflagen müssen beseitig werden und dies kann nur durch einen solidarischen Kraftakt der reichen Industrienationen gelingen. Frauen müssen gestärkt werden, weltweit, ökonomisch, politisch und sozial. Diese Faktoren können nicht getrennt voneinander gesehen werden.", so Weidenholzers Forderungen.

Ein Beispiel von vielen: Frauenselbsthilfegruppen

Diskriminierung äußert sich auch in Armut, deshalb legt die Volkshilfe in ihrer internationalen humanitären Arbeit, in allen ihren Hilfsprojekten großen Wert auf die ökonomische Stärkung der Frauen als Basis sowohl für ein menschenwürdiges Leben als auch für ein menschenwürdiges Arbeiten.

Als ein Beispiel für diese Schwerpunkte nennt Weidenholzer Hilfsprojekte in der südostindischen Region Nagapattinam, die aus der unmittelbaren Katastrophenhilfe nach dem Tsunami von 2004 entstanden sind. In 16 Dörfern haben sich durch ein Programm der Volkshilfe 132 Selbsthilfegruppen von Frauen, großteils aus landlosen Bevölkerungsschichten, organisieren können und schaffen sich eine unabhängige wirtschaftliche Basis durch Kleinkredite, Qualifizierung zur Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten sowie in handwerklichen Berufen.

Diese Einkommen schaffenden Maßnahmen sind in einer Region, in der es aufgrund von Geschlechtszugehörigkeit, Auswirkungen des Kastenwesens, geringer politischer Mitsprache und Gewalt in der Familie traditionell zu Mehrfach-Diskriminierungen kommt, von entscheidender Bedeutung. Begleitet werden ökonomische Aktivitäten stets von Programmen zur Gender- und sozialen Gleichstellung sowie zur Durchsetzung von Menschen- und Frauenrechten. Diskriminierung von Frauen geht einher mit Problemen wie Mädcheninfantiziden (Kindstötung), Verheiratung im Kindesalter und Mangel an politischer Vertretung, da die Panchayats, die Dorfvertretungen, traditionell nur mit Männern besetzt sind. Bewusstseinsarbeit auf Dorfebene durch Diskussionsveranstaltungen und Straßentheater sowie Beratungsstellen mit juristischer Expertise stellen erstmals in der Region Frauen in den Mittelpunkt der Entwicklung.

"Stärkung von Frauen und Frauenrechten in Armutsregionen kann nur durch das Ineinandergreifen von politischen, ökonomischen und sozialen Aktivitäten gelingen.", so Weidenholzer abschließend.

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