Accenture-Studie: Westeuropa als Beschaffungsmarkt für Österreichs Unternehmen zunehmend uninteressant

China, Indien, Russland, Südostasien und das Baltikum sind die künftigen Favoriten heimischer Einkäufer

Wien (OTS) - Österreichische Unternehmen nutzen die Chancen der neuen Globalisierung und definieren ihre Beschaffungsmärkte neu. Eine aktuelle Studie, die der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich (BMÖ) durchgeführt hat, zeigt einen deutlichen Trend zur Verlagerung der Einkaufsmärkte nach China, Indien, Russland, Südostasien sowie ins Baltikum. Verlierer dieser Verschiebung sind vor allem Deutschland, Italien, die Schweiz und die Benelux-Länder sowie die Staaten der ersten Öffnungswelle (Ungarn, Slowenien, Tschechien, Polen). Auch Österreich büßt für Einkäufer heimischer Firmen an Bedeutung ein. Für die Studie wurden 92 Unternehmen aus Industrie, Handel und Gewerbe befragt.

Als traditionell außenorientierter Wirtschaftsraum ist Österreich in besonderem Maße von der Globalisierung der Weltwirtschaft und der zunehmenden Internationalisierung des Wettbewerbs betroffen. Nationale und regionale Grenzen verlieren immer mehr an Bedeutung. Im Zuge dieser Entwicklung erweitern sich auch Absatz- und Beschaffungsmärkte. "Die Zeiten, in denen die Weltwirtschaft durch die Triade Europa, USA und Japan dominiert wurde, sind unwiderruflich vorüber. Heute entwickeln sich in einem atemberaubenden Tempo eine Vielzahl von höchst erfolgreichen Wirtschaftszentren in den unterschiedlichsten Regionen der Welt. Wir erleben, wie eine neue multipolare Welt entsteht", sagt Michael Klemen, Senior Manager bei Accenture.

Während der deutschsprachige Wirtschaftsraum laut Studie mit 80 Prozent des Einkaufsvolumens weiterhin der wichtigste Absatzmarkt für österreichische Produkte bleibt, führen die Öffnung und die damit verbundene wirtschaftliche Entwicklung von Zentral- und Osteuropa (CEE) und Asien zu einer rasanten Verschiebung der Beschaffungsmärkte, insbesondere für Produktionsmaterialien. Knapp drei Viertel (74 Prozent) der befragten Beschaffungsexperten aus Industrie, Handel und Gewerbe gehen davon aus, dass die Einkaufsaktivitäten ihres Unternehmens im asiatischen Raum weiter zunehmen werden. 63 Prozent erwarten dies für den CEE-Raum. Gegenteilig sind die Perspektiven für den deutschsprachigen Wirtschaftsraum: Rund ein Drittel (28 Prozent) der Befragten rechnen damit, dass weniger in den Nachbarländern eingekauft wird.

"Die Potenziale in den Wachstumsmärkten sind für Österreichs Unternehmen bei weitem noch nicht ausgeschöpft", ist Michael Klemen überzeugt. "Die Chancen, die sich durch die Verlagerung von Teilen der Wertschöpfung in 'Best Cost Countries' ergeben, sind beträchtlich. Um in einer multipolaren Welt mit ihrer Vielzahl von Wirtschaftszentren erfolgreich zu sein und von der Verstreutheit der Ressourcen bestmöglich zu profitieren, müssen Firmen im Einkauf künftig standortunabhängig agieren." Beispiel Russland: Nur 8 Prozent der Befragten gaben an, bereits in dem rohstoffreichen Land einzukaufen, obwohl fast ein Drittel (31 Prozent) den russischen Markt mit Blick auf die kommenden drei Jahre als "im besonderen Maße interessant" beurteilt.

Während heute bereits 50 Prozent der befragten Unternehmen in China einkaufen, können sich dies laut Studie im Jahr 2010 sogar 63 Prozent vorstellen. 23 Prozent der befragten österreichischen Einkäufer beziehen heute schon Güter aus Indien - Tendenz steigend:
Schon in drei Jahren sind dies 36 Prozent. Das Baltikum ist derzeit nur für 8 Prozent der Firmen als Beschaffungsmarkt relevant. Diese Zahl wird sich laut Studie jedoch bis 2010 verdoppeln.

Die größten Schwierigkeiten in der regionalen Verlagerung zu beschaffender Güter sehen Einkäufer aus der Industrie vor allem in der Qualität, Einkäufer im Handel großteils in der Lieferantenabhängigkeit. Das größte Hemmnis zum Bezug von Gütern oder Dienstleistungen in Westeuropa ist laut Studie der Preis, in Nordamerika das Währungsrisiko, in Asien die Qualität, in Zentral-und Osteuropa die Sicherheit.

Nachdem 2007 das Einkaufsvolumen gegenüber dem Vergleichsjahr 2006 deutlich gestiegen ist, rechnen die befragten Unternehmen auch für 2008 mit weiterem, allerdings mäßigerem Wachstum. Drei Viertel der Befragten bestätigen für das laufende Jahr einen gestiegenen Bedarf an Produktionsmitteln im Vergleich zum Vorjahr.
"Die Globalisierung der Wirtschaft und die damit verbundene zunehmende Internationalisierung des Wettbewerbs haben zu einer deutlichen Erweiterung der Absatz- und Beschaffungsmärkte geführt", sagt Heinz Pechek, Geschäftsführender Vorstand des BMÖ. "Österreichs Unternehmen sind auf dem besten Wege, ihre Position als dynamische und wettbewerbsstarke Teilnehmer einer globalen Wirtschaft durch aktives und 'Total-Cost-of-Ownership'-orientiertes, risiko- und wettbewerbsbewusstes Beschaffen in 'Emerging Markets' weiter zu festigen."

Zur Studie:

Für die Studie "Die Globalisierung der österreichischen Wirtschaft - Wo kauft Österreichs Industrie ein?" hat Accenture gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich (BMÖ) Führungskräfte in Einkaufsabteilungen von 92 Unternehmen aus Industrie, Handel und Gewerbe nach Trends und Prioritäten im Einkauf befragt. Die Online-Umfrage wurde im Zeitraum November 2007 bis Jänner 2008 durchgeführt.

Über Accenture

Accenture ist ein weltweit agierender Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister. Mit dem Ziel, Innovationen umzusetzen, hilft das Unternehmen seinen Kunden durch die gemeinsame Arbeit, leistungsfähiger zu werden. Umfangreiches Branchenwissen, Geschäftsprozess-Know-how, internationale Teams und hohe Umsetzungskompetenz versetzen Accenture in die Lage, die richtigen Mitarbeiter, Fähigkeiten und Technologien bereit zu stellen, um so die Leistung seiner Kunden zu verbessern. Mit rund 175.000 Mitarbeitern in 49 Ländern erwirtschaftete das Unternehmen im vergangenen Fiskaljahr (zum 31. August 2007) einen Nettoumsatz von 19,7 Milliarden US-Dollar. Die Internet-Adresse lautet www.accenture.at

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