Überschuldung privater Haushalte wird immer mehr zum Problem

Schabl: Warenfinanzierungen als Einstieg in die Schuldenfalle

St. Pölten (NLK) - "Die Überschuldung privater Haushalte unter dem Motto ,Kaufe jetzt, zahle später’ wird auch in Niederösterreich immer mehr zu einem Problem", erklärte Konsumentenschutz-Landesrat Emil Schabl heute, Dienstag, 4. März, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ernst Hafrank von der AKNÖ-Konsumentenberatung in St. Pölten.

Mittlerweile gebe es für fast alles Ratenzahlungen. Waren "auf Pump" zu verkaufen, sei neben dem Autohandel vor allem in der Möbel-und Elektrobranche üblich, sagte Schabl. "Laut Österreichischer Nationalbank belief sich das Gesamtvolumen von Krediten für Warenfinanzierungen an private Haushalte im vergangenen Jahr auf 9,51 Milliarden Euro". Auch die Schuldnerberatungen würden warnen, dass derartige Warenfinanzierungen den Einstieg in die Schuldenfalle bedeuten können. Konsumkredite würden nämlich auch deshalb so stark beworben, weil für die Banken in Österreich die Möglichkeit der rigorosen Eintreibung der Schulden durch Lohnpfändungen bestehe.

Die weitaus größten Gläubiger seien die Banken, erklärte Hafrank. Bei einer Überprüfung hätten die von den VerkaufsberaterInnen angegebenen Finanzierungskosten zwischen 0 und 14,9 Prozent geschwankt; die ExpertInnen der AKNÖ hätten hingegen tatsächliche Zinssätze zwischen 4,32 und 11,62 Prozent ermittelt. Vergleichsweise würden derzeit Schalterkredite von Banken und Sparkassen bei einer angenommenen Höchst-Kreditsumme von 20.000 Euro mit Zinssätzen zwischen 5,70 und 9,06 Prozent angeboten. Sogar eine kurzfristige Überziehung des Girokontos wäre in einigen Fällen günstiger gewesen als die angebotenen Warenfinanzierungen. Während die Teilzahlungsmöglichkeit immer wieder als zinsenfrei dargestellt werde, seien die AKNÖ-Tester auf Bearbeitungsgebühren zwischen 135,20 und 561,60 Euro gestoßen. "Hier führt man die Verbraucher in die Irre", derartige Bearbeitungsgebühren stellen die in einer Pauschalsumme ausgedrückten Kreditzinsen dar, so Hafrank.

Vor dem Kauf sollte man daher einen Finanzierungsplan erstellen, die ersten Finanzierungsgespräche sollten auf jeden Fall in der Hausbank der KonsumentInnen stattfinden. Auch könnte man von Banken und Sparkassen kostenlose Finanzierungsangebote einholen. Auf der AKNÖ-Homepage unter www.arbeiterkammer.at oder unter www.bankenrechner.at gibt es zusätzliche Hilfestellungen.

Rückfragen & Kontakt:

Niederösterreichische Landesregierung
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Pressedienst
Tel.: 02742/9005-12312
http://www.noe.gv.at/nlk

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK0009