8. März: Internationaler Frauentag im Wiener Rathaus

Schwerpunkt "Förderung von Frauen im Beruf"

Wien (OTS) - StRin Sandra Frauenberger zum Frauentag: "Der Internationale Frauentag soll daran erinnern, was in den 87 Jahren seines Bestehens erreicht wurde, wie etwa die Einführung des Frauenwahlrechtes 1919 oder die Durchsetzung der Straffreiheit bei Abtreibung 1975. Das alles sind Rechte, die den Frauen nicht einfach zugeflogen sind, sondern die sie sich hart erkämpft haben."

Auch wenn schon vieles erreicht wurde: Der Internationale Frauentag ist heutzutage alles andere als obsolet, so die Frauenstadträtin. Der Frauentag biete vielmehr die Möglichkeit, mit wichtigen Forderungen wie etwa der Retro-Forderung nach "Halbe-Halbe", also einer geschlechtergerechten FAIRteilung, Verbesserung der Beschäftigungschancen für Frauen und der Bekämpfung von Gewalt gegenüber Frauen aufmerksam zu machen.

Frauenberger: "Frauen müssen selbstbestimmt leben können, um tatsächlich unabhängig zu sein."

In Wien sei in der Frauenpolitik in den letzten Jahren sehr viel erreicht worden, betonte Frauenberger. So habe Wien aufgrund seiner aktiven Arbeitsmarktpolitik mit den Spezialangeboten für Frauen und hier insbesondere für WiedereinsteigerInnen österreichweit die höchste Frauenerwerbsquote. Das flächendeckende Netz von Kinderbetreuungseinrichtungen trage seines dazu bei. Auch, was die Maßnahmen zum Gewaltschutz und zur Gewaltprävention betrifft, habe Wien Vorbildfunktion, hielt die Frauenstadträtin fest. Dennoch wäre es fatal, sich zurückzulehnen, das wäre in der Frauenpolitik gleichbedeutend mit Rückschritt. "Denn", so die StRin: "Für Gerechtigkeit einzutreten, ist für mich selbstverständlich und trotzdem ist Gleichstellung immer noch etwas, das sich Frauen erst erkämpfen müssen. Von erfüllter Gleichberechtigung könne daher in dieser Gesellschaft noch lange keine Rede sein." Die Rollenbilder, die nach wie vor bestehen, müssen aufgebrochen werden - also die Vorstellung davon, wie Frauen und Männer zu sein haben. Es müsse generell zu einer Umverteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit kommen. Sandra Frauenberger: "Frauen müssen selbstbestimmt leben können, einen Job haben, nicht zum dazu verdienen, sondern um tatsächlich unabhängig zu sein. Männer müssen sich gleichermaßen für Familie und Haushalt verantwortlich fühlen. Hier gibt es zweifellos noch viel zu tun! Einer der wesentlichen Schwerpunkte auf dem Weg zu "Halbe-Halbe": Bessere Ausbildungs- sowie Arbeitsmarktchancen für Frauen und Mädchen gerade auch jenseits von beruflichen Rollenklischees, zudem gleiches Geld für gleiche Leistung. Ein wesentlicher Schlüssel zur Verbesserung der Chancen für Frauen sei eine offensive betriebliche Frauenförderung, vor allem, um Frauen in der Arbeitswelt wirksam und nachhaltig gleichzustellen", resümierte Frauenberger.

Berufliche Aus- und Weiterbildung beste Prävention vor Arbeitslosigkeit

Die Verbesserung der Arbeitsmarktchancen für Frauen, hier im Speziellen die "Förderung von Frauen im Beruf", steht heuer auch im Mittelpunkt des Frauentages am 8. März im Offenen Rathaus (14 bis 18 Uhr), zu dem Frauenstadträtin Sandra Frauenberger gemeinsam mit der Frauenabteilung der Stadt Wien alle Wienerinnen einlädt.

Insgesamt nehmen - neben der Frauenabteilung der Stadt Wien und ihren Serviceeinrichtungen - über 50 Beratungseinrichtungen an dieser Veranstaltung teil und stehen mit Information und Beratung vor Ort zur Verfügung.

Zum Hauptthema "Förderung von Frauen im Beruf" finden im Rahmen des "Offenen Rathauses" außerdem Thementalks mit Expertinnen zu Aus-und Weiterbildung, Berufschancen, Wiedereinstieg sowie Angebote für Migrantinnen statt.

Es werden aber auch zahlreiche Aus- und Weiterbildungseinrichtungen mit Informationen und Beratung vor Ort zur Verfügung stehen. Unter anderem ist das der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) etwa mit seinem Programm "FRECH - Frauen ergreifen Chancen" für beschäftigte Frauen, die sich beruflich verändern bzw. im Job weiterkommen wollen. Bei "FRECH" werden die Entwicklungschancen abgeklärt und die dafür notwendigen Qualifizierungsmaßnahmen erarbeitet. Die Weiterbildung wird vom waff mit bis zu 3.700 Euro gefördert. Das waff Programm "FRECH" zeigt auch insofern Wirkung, als die Teilnehmerinnen mehr verdienen und im Falle von Arbeitslosigkeit schneller wieder einen neuen Job finden. Im Frühjahr setzt der waff mit "FRECH in the City" ein Programm fort, das Wienerinnen vor Ort berät - etwa in Büchereien, Vereinen oder Kindergärten.

Bildungskompass für Mädchen und Frauen in Wien

Mit dem Bildungskompass der Frauenabteilung der Stadt Wien, der ebenfalls am Frauentag im Rathaus verteilt wird, steht darüber hinaus ein Nachschlagewerk zur Verfügung, das einen umfassenden Überblick zu den Themen "Chancengleichheit - Aus- und Weiterbildung, Umschulung und Berufschancen" für Frauen bietet. Gegliedert nach Zielgruppen und Themen wie etwa "Frauen und Technik", "Wiedereinsteigerinnen" oder "Migrantinnen" finden sich im ersten Teil des Kompass jeweils konkrete Angebote und deren Beschreibungen. Ein eigenes Verzeichnis gibt Überblick über sämtliche Bildungsträger in Wien mit Hinweisen, für welche Zielgruppe diese Träger Aus- und/oder Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten. Im vorletzten Teil findet sich eine Übersicht jener Stellen, die konkrete Förder- und Finanzierungsangebote in ihrem Programm haben. Mädchen und Frauen können sich so leicht orientieren und einen Eindruck über das breite Ausbildungs- und Weiterbildungsangebot in Wien gewinnen. Der Bildungskompass kann bei der Frauenabteilung der Stadt Wien unter der Tel.: 01/4000-83518 oder per E-Mail unter frauen@ma57.wien.gv.at gratis bestellt werden.

Relaunch der Website "Alleinerziehen in Wien"

Am Frauentag präsentiert wird auch die überarbeitete Website www.alleinerziehen.at , ein Angebot der Frauenabteilung der Stadt Wien. Mit dem Angebot steht Frauen und Männern ein Service zur Verfügung, das sich speziell an AlleinerzieherInnen in Wien wendet. Die Seite bietet aktuelle rechtliche Grundlagen zu den Themen Elternteil und Kind, Informationen rund ums Geld, also Haushaltsplanung und Unterstützungen sowie weiterführende Informationen zu Kinderbetreuungs-, Ferien- und Freizeitangeboten, Aus- und Weiterbildung sowie Erwerbstätigkeit. Aber auch Hilfe für Alleinerziehende wie etwa Beratung in psychischen Krisensituationen, Elternseminare sowie Treffpunkte für Eltern und Kinder.

Wiener Töchtertag - www.toechtertag.at

Promotet wird am Internationalen Frauentag im Wiener Rathaus auch der "Wiener Töchtertag", der am 24. April 2008 bereits zum 7. Mal stattfindet und sich mittlerweile als wichtige und beachtete Initiative etabliert hat, um die Job- und Berufsperspektiven von Mädchen breiter und zukunftsorientierter zu machen.
Wie weit und vielfältig das Spektrum dieser Berufe abseits traditioneller Rollenklischees ist, führt die Liste der Töchtertagsunternehmen bzw. die Programme eindrucksvoll vor Augen. Heuer beteiligen sich bereits knapp 120 Unternehmen am "Wiener Töchtertag". Seit 2002 haben mehr als 10.000 Mädchen zwischen 11 und 16 am Wiener Töchtertag teilgenommen - Tendenz steigend!

Nachhaltigkeit

Besonders erfreut zeigte sich Frauenberger darüber, dass sich heuer Unternehmen bereit erklärt haben, die Initiative auch während des gesamten Jahres mit zu tragen. "Dadurch leisten diese Betriebe einen maßgeblichen Schritt, unserem Ziel, nämlich 'Nachhaltigkeit' zu erreichen, sukzessive ein Stück näher zu kommen", so die Frauenstadträtin. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Unternehmen ganzjährig Workshops für Mädchen anbieten und die Vernetzung und Drehscheibenfunktion des Töchtertags aufrecht erhalten und nutzen. Aber auch eine Vernetzung mit anderen Aktivitäten, Newsletter und Informationsaustausch, eine verstärkte Zusammenarbeit mit Schulen, PädagogInnen und Behinderteninitiativen sind wesentliche Parameter, um das Ziel zu erreichen.

www.jobs4girls.at

Mit der Internetplattform www.jobs4girls.at , einem Serviceangebot für junge Mädchen, wird am Frauentag die Informationsvielfalt und Nutzungsmöglichkeiten speziell für Mädchen und junge Frauen in der Berufsorientierungs- und Berufswahlphase aufgezeigt. Mehr als 250 Frauen mit ihren Berufen und Biografien sind vertreten. Diese Biographien von Frauen lassen die unterschiedlichsten Bildungswege mit verschiedenen Qualifikationen erkennen - vor allem im
nicht-traditionellen Bereich. So finden sich auf der Website unter anderem Berufsbeschreibungen von der Luftfahrzeugtechnikerin über die Buch- und Medienwirtschafterin bis zur Entsorgungs- und Recyclingfachfrau. Zudem werden Informationen und Links zu Ausbildungen und Berufen geboten. Ein E-Mail Beratungsangebot für Mädchen und junge Frauen findet sich ebenso.

Rahmenprogramm

Zusätzlich zu den zahlreichen Beratungseinrichtungen die ihre breite Angebotspalette präsentieren, bieten Thementalks mit Expertinnen aus dem Arbeitsmarktbereich konkrete Informationen über Aus- und Weiterbildung, Berufschancen, Wiedereinstieg sowie Angebote für Migrantinnen.

Neben Information und Beratung soll auch Unterhaltung Platz finden: Kabarett-Soloprogramm von Susanne Pöchacker "Best of" und Musik von Sandra Pires live mit Band "DESTINO" runden das Programm des Internationalen Frauentages im "Offenen Rathaus" ab.

Moderation

Durch den Nachmittag führt Onka Takats, Moderatorin von ORF Wien heute. Der Eintritt zum "Offenen Rathaus" ist frei, für kostenlose Kinderbetreuung ist gesorgt. Nähere Informationen zum Internationalen Frauentag im Wiener Rathaus:
www.wien.at/menschen/frauen/veranstaltungen/frauentag.html
E-Mail: frauen@ma57.wien.gv.at, Telefon: 4000-83532 (Schluss) ef

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Bakk. phil. Elvira Franta
Mediensprecherin StR. Sandra Frauenberger
Tel.: 4000/81 853
Handy: 0676/8118 81853
E-Mail: elvira.franta@wien.gv.at

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