Schultes: Milchbauern durch Preiswettbewerb des Handels verärgert

Österreichische Qualität von Milchprodukten muss gesichert bleiben

St. Pölten (OTS) - Der Preiskampf der Handelsketten geht in die nächste Runde: Nach den Preissteigerungen von Milch und Milchprodukten steht jetzt eine Korrektur der Spannen nach unten ins Haus. Die Konsumentenpreise bei einzelnen Produkten werden herabgesetzt. Die österreichischen Milchbauern und der Milchmarkt leiden jedoch darunter. "Die Preisanpassung bei Milch und Milchprodukten nach oben durch den Handel war für die Milchbauern aufgrund der gestiegenen Kosten, vor allem von Energie und Futtermitteln auf Erzeugerseite, höchst notwendig. Diese Kostensteigerungen für die Milchbauern lassen keine Preissenkungen zu. Allerdings wurden dabei die Spannen im Handel vergrößert. Der Wettbewerb im Handel bringt die Spannen unter Druck. Keinesfalls ist es für uns Bauern akzeptabel, dass die Spannenpolitik zulasten der Milchpreise geführt wird. Wir haben Verständnis für Wettbewerb im Handel, nicht aber für Preisaktionen auf unserem Rücken", kommentiert der Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Hermann Schultes, die laufenden Preisaktionen der Handelsketten.

Nur 30% der Verbraucherpreis-Erhöhung kamen Milchbauern zugute

Die Erhöhung des Milchpreises im Jahr 2007 kam nach einem Bericht der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft nur zu 30% den Milchbauern zugute. 70% der Steigerung des Verbraucherpreises gingen in die Verarbeitung und den Handel.

Mehreinnahmen decken gerade die Kostensteigerung

Für die Milchbauern haben die Mehreinnahmen aufgrund der gestiegenen Erzeugermilchpreise jedoch kaum mehr Gewinn bedeutet. Die Milchproduzenten hatten beachtliche Kostensteigerungen bei den Betriebsmitteln hinzunehmen. Das waren einerseits die gestiegenen Energiekosten, beispielsweise bei Strom (+9,3%) und Diesel, der im letzten Quartal um fast ein Viertel gestiegen ist. Andererseits sind auch die Futtermittelpreise in die Höhe geschossen. So kostet Sojaschrot aktuell um knapp 60% mehr als ein Jahr zuvor. "Diese Kosten werden uns bleiben, daher muss der Preis für österreichische Milch eine ehrliche Höhe halten. Wir appellieren an die Handelsketten, zur österreichischen Herkunft und Qualität zu stehen", so Schultes.
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